Schreib- und Textkompetenzen von Schüler:innen: Tagung des Forschungsverbunds dieS stärkt interdisziplinären Austausch
Die empirische Schreibforschung hat sich seit den 1980er Jahren als eigenständiges Forschungsfeld etabliert. Wissenschaftler:innen aus Sprachdidaktik, Sprachwissenschaft, Psychologie und Bildungswissenschaft untersuchen hier Schreibprozesse von Schüler:innen und wie diese gefördert werden können. Mit interdisziplinärer Ausrichtung und methodischer Vielfalt. Um wissenschaftlichen Austausch und Vernetzung zu stärken, gründeten Forschende verschiedener Disziplinen 2005 den Forschungsverbund „didaktisch-empirische Schreibforschung“ (dieS). Der trinationale Forschungsverband veranstaltet regelmäßig Tagungen in Form von Sommerschulen. Thema der dieS-Sommerschule 2026, die vom 18. bis 20. Juni an der Pädagogischen Hochschule Karlsruhe (PHKA) stattfand, war „Vernetzte Schreibdidaktik“.
Rund 40 Wissenschaftler:innen aller Karrierephasen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz kamen an drei Tagen zusammen, um ihre Forschung an den vielfältigen Schnittstellen zwischen Schreibforschung, Bildungswissenschaft, Psychologie und digitalen Technologien vorzustellen und zu diskutieren. Thema waren auch methodische Anforderungen, die sich aus der zunehmenden Komplexität von Daten, KI-gestützten Schreibumgebungen und kollaborativen Praktiken ergeben.
Auf dem Programm standen Vorträge, Diskussionsforen und Methodenworkshops. Darunter zahlreiche Beiträge von Wissenschaftler:innen, die an der PHKA forschen. Parallel dazu fanden Beratungskolloquien für Promovierende statt. In der erstmals angebotenen Open Science Session hatten Qualifikand:innen aller Karrierephasen – von der Promotionsidee bis zum Postdoc-Projekt – die Möglichkeit, ihre Forschung in Kurzvorträgen, Data Sessions oder Methodenimpulsen vorzustellen.
„Der interdisziplinäre Austausch zwischen den verschiedenen Forschungsfeldern mit ihren eigenen Traditionen, Anforderungen und Herausforderungen ist hochbedeutsam für das gegenseitige Verständnis und die Weiterentwicklung der eigenen Forschungspraktiken“, sagt Nadine Anskeit. Die PHKA-Professorin für deutsche Sprache und ihre Didaktik ist seit vielen Jahren bei dieS aktiv und hat die Sommerschule 2026 gemeinsam mit ihrem Team organisiert. Während der Sommerschule sei deutlich geworden, so Anskeit weiter, wie fruchtbar eine solche Zusammenarbeit verschiedener wissenschaftlicher Disziplinen sei.
„Psycholog:innen und Sprachdidaktiker:innen beispielsweise haben Texte von Schüler:innen mit aufeinander abgestimmten Methoden untersucht und kamen zu gemeinsamen Ergebnissen.“ Und ihre wissenschaftliche Mitarbeiterin Kathrin Heller ergänzt: „Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass man nach einer Veranstaltung wie der dieS-Sommerschule mit jeder Menge neuem Input, neuen Ideen und frischer Motivation an die Arbeit geht.“
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