Finanzen / Bilanzen

Vom Lager bis zum Hafen: PORR-Kompetenz im Logistikbau

Der Markt für Logistikimmobilien in Europa entwickelt sich weiter dynamisch, auch wenn das Umfeld anspruchsvoller geworden ist. Kraftstoffe, Energie und Baustoffe werden immer teurer und zugleich gewinnt die Reduktion der CO2-Emissionen weiter an Bedeutung.

Starker Expansionsdrang in der Logistikbranche

Im Juli 2025 veröffentlichte Ergebnisse aus einer Umfrage des gewerblichen Immobiliendienstleisters CBRE zeigen, dass rund 46 Prozent der Unternehmen ihre Logistikflächen in den kommenden drei Jahren ausbauen wollen. Gleichzeitig steigen die Anforderungen deutlich: Etwa die Hälfte der Nutzer verfolgt konkrete Klimaziele bis 2030 und über ein Drittel setzt bereits Strategien zur CO₂-Reduktion um. Moderne, energieeffiziente Gebäude rücken damit klar in den Fokus.

Auf der Angebotsseite zeigt sich hingegen Zurückhaltung. Die Fertigstellungen neuer Logistikflächen sind zuletzt deutlich zurückgegangen, was auf eine wachsende Lücke zwischen Angebot und Nachfrage hindeutet. Für Bauunternehmen wie die PORR Group (ISIN: AT0000609607) ergibt sich daraus ein interessantes Umfeld: Gefragt sind weniger standardisierte Lagerhallen, sondern zunehmend komplexe, nachhaltige Logistikkonzepte. Derzeit spricht vieles dafür, dass dieses Segment auch künftig ein wichtiger Wachstumstreiber im europäischen Bausektor bleibt.

Logistikimmobilien – ein Wachstumssegment im Industriebau

Logistikimmobilien – also Lager-, Distributions- und Umschlagszentren – zählen zu den besonders anspruchsvollen Bauaufgaben im gewerblichen Hochbau. Bei der PORR ist dieser Bereich dem Hoch- und Industriebau zugeordnet. Neben Produktionsstätten, Forschungsgebäuden und Rechenzentren gehören Logistikzentren zum Kerngeschäft. Die PORR tritt dabei häufig als Generalunternehmerin auf und übernimmt die gesamte Abwicklung von Planung und Design bis zur schlüsselfertigen Übergabe.

Ein Marktsegment mit besonderen Anforderungen

Moderne Logistikimmobilien stellen Bauunternehmen vor spezifische technische Herausforderungen: Großflächige, stützenfreie Hallenkonstruktionen, besonders tragfähige und ebene Böden für automatisierte Förderanlagen sowie komplexe Brandschutztechnik sind Standard. Hafen- und Containerterminals wickeln den Umschlag, die Lagerung und den Transport zwischen Schiffen, Zügen und Lastwagen ab und gelten als Lebensadern des globalen Handels. Kurze Bauzeiten, Fertigteilbauweise und die frühzeitige Einbindung konzerninterner Logistik- und Geräteeinheiten sind typische Merkmale erfolgreicher Projektabwicklung in diesem Segment.

Nachhaltigkeit am Beispiel CCG North Logistics Centre

Ein anschauliches Referenzprojekt für den Ansatz der PORR im nachhaltigen Logistikbau stellt das CCG North Logistics Centre in Wundschuh (Steiermark, Österreich) dar. Als Generalunternehmerin war die PORR zwischen Januar 2024 und März 2025 für Planung und Umsetzung der Logistikhalle mit integrierten Büroflächen, Untergrundinfrastruktur und umfangreichen Außenanlagen verantwortlich. Herzstück des Projekts war eine rund 50.000 m² große fugenlose monolithische Bodenplatte, die speziell auf die hohen Anforderungen moderner Logistikprozesse ausgelegt wurde. Im Sinne der unternehmenseigenen Strategie „Green and Lean“ wurden sämtliche Dachflächen extensiv begrünt und gleichzeitig für eine zukünftige Photovoltaikanlage vorbereitet – ein konkretes Beispiel dafür, wie die PORR ökologische Standards bereits in der Bauphase verankert.

Haberkorn Logistikzentrum Recklinghausen

In Deutschland realisiert die PORR derzeit zwei bedeutende Logistikprojekte. Im nordrhein-westfälischen Recklinghausen entsteht das neue Logistikzentrum der Haberkorn Gruppe. Westlich des bestehenden Hochregallagers entsteht ein mehrgeschossiges Gebäude mit rund 13.000 m² zusätzlicher Fläche. Herzstück ist ein hochmodernes Autostore-System mit etwa 170.000 Behältern auf zwei Ebenen, das künftig deutlich effizientere Materialflüsse ermöglichen wird. Der Rohbau umfasst eine Bruttogeschossfläche von rund 17.000 m² und ein Volumen von rund 9.500 m³. Der Vollbetrieb ist bis Ende 2027 geplant. Die PORR setzte bei diesem Projekt auf Fertigteilmontage und band konzerninterne Einheiten frühzeitig ein, um den eng gesteckten Zeitplan einzuhalten.

Containerterminal Westhafen Berlin

Das zweite laufende Projekt ist der Ausbau des Containerterminals am Berliner Westhafen. Bis 2026 erweitert die Berliner Hafen- und Lagerhausgesellschaft BEHALA das Containerterminal, um die Verlagerung von Gütern auf die Schiene zu fördern und zur Verkehrswende beizutragen. Hier bündelt die PORR Expertise aus den Bereichen Verkehrswegebau, Gleisbau, Elektroanlagenbau und Rohrleitungsbau. Der Berliner Westhafen ist das einzige trimodale Güterverteilzentrum der Hauptstadt, das die Verkehrsträger Straße, Schiene und Wasser verbindet. Die Erweiterung erhöht die Lagerkapazität um rund 15.000 m² und schafft Platz für 1.200 zusätzliche 20-Fuß-Standardcontainer.

Beide Projekte belegen, dass die PORR im Logistiksegment über den klassischen Hallenbau hinaus auch komplexe, multimodale Infrastruktur realisiert und ihren Kunden dadurch klare Differenzierungsvorteile bietet.

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PORR
ISIN: AT0000609607
WKN: 850185

Links
https://www.cbre.com/insights/reports/european-logistics-occupier-survey-2025
https://www.porr-group.com/en/projects/detail/ccg-north-logistics-centre
https://www.porr.de/news-presse/mitteilungen/detail/rohbauarbeiten-am-neuen-haberkorn-logistikzentrum-abgeschlossen
https://www.porr.de/news-presse/mitteilungen/detail/full-service-leistung-erweiterung-des-containerterminals-am-berliner-westhafen

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