Bildung & Karriere

Schulterschluss zu einer starken Gemeinschaft: 125 Jahre Selbstverwaltung im Handwerk

Die Handwerkskammer Mannheim Rhein-Neckar-Odenwald wird 125 Jahre alt. Seit ihrer Gründung am 30. Januar 1901 hat das Selbstverwaltungsorgan des regionalen Handwerks den Wandel und die Entwicklungen der Branche begleitet. So sehr das Handwerk seiner Tradition verbunden ist – kaum etwas ist heute noch so wie im Gründungsjahr. Handwerksberufe gingen mit der Zeit, haben Veränderungen durchlaufen, sich angepasst und weiterentwickelt. Manche gibt es heute kaum noch oder gar nicht mehr. Andere sind neu hinzugekommen. Was in 125 Jahren geblieben ist, ist die Bedeutung des Handwerks für das tägliche Leben. Das Portfolio aus heute 130 Handwerksberufen deckt eine Breite an Bedarfen ab, die gesellschaftliche Relevanz haben.

Auch die Aufgabenstellung der Handwerkskammer ist in ihrem Kern gleichgeblieben. Es geht um Unterstützung, um Aus- und Weiterbildung, um eine gemeinsame Stimme für gemeinsame Belange. Damals, als am 30. Januar 1901 unter dem Vorsitz des Landeskommissärs von Mannheim insgesamt 20 Vertreter im Hause M 5, 5 in Mannheim zur konstituierenden Versammlung für die Handwerkskammer Mannheim zusammentrafen und die Geburtsstunde der organisierten Selbstverwaltung einläuteten, sollte der Schulterschluss des Handwerks den Berufsstand stärken und die Ausbildung fördern – kurzum: eine sichere, geregelte Zukunftsperspektive bringen.

Die Entstehung der Kammern

Vorausgegangen war ein Jahrhundert voller Turbulenzen. Zünfte hatten sich nach und nach aufgelöst, die 1810 eingeführte Gewerbefreiheit nahm Handwerkern den Schutz, die Industrialisierung veränderte ihre Welt. Dies stärkte den Wunsch nach einer geordneten Selbstverwaltung, die in der Gründung der Handwerkskammern Umsetzung fand. Und so wurden im Jahr 1900 / 1901 im Zuge des Handwerkergesetzes von 1897 insgesamt 71 Handwerkskammern im Deutschen Reich gegründet und der Grundstein für die moderne Struktur der Selbstverwaltung im Handwerk gelegt. Auch die acht Kammern in Baden-Württemberg waren darunter.

„Handwerk sollte einen starken Zusammenschluss erhalten“, resümiert Präsident Klaus Hofmann beim Blick auf das Entstehungsjahr. „Es ging um eine geschlossene Interessenvertretung. Bis heute ist die daraus entstandene und durch die Arbeit der Handwerkskammern umgesetzte Selbstverwaltung des Handwerks beispielhaft für gelebte Eigenverantwortung, für demokratische Mitbestimmung und für eine praxisnahe Organisation.“

In steter Entwicklung

Meilensteine gab es in den 125 Jahren Kammergeschichte in Mannheim viele. 1929 beispielsweise, als die durch den Reichstag erlassene „Handwerksnovelle“ als dritter handwerklicher Ergänzung der Gewerbeordnung zur Einführung der Handwerksrolle als einem amtlichen Verzeichnis von Gewerbetreibenden führte. Seither sind alle Handwerksbetriebe in einem zentralen Verzeichnis bei der Handwerkskammer erfasst. Oder der Bezug der Kammer am heutigen Standort B1, 1-2, im Jahr 1958, nachdem der frühere Kammersitz in B1, 7 im zweiten Weltkrieg völlig zerstört worden war. 1981 dann die Grundsteinlegung für das Ausbildungszentrum im Gewerbegebiet Wohlgelegen, das nach Fertigstellung im September 1983 eingeweiht wurde. Weitere Bauabschnitte folgten, sodass die Überbetriebliche Ausbildung in der Bildungsakademie immer wieder neuen Standards angepasst werden konnte.

Breites Aufgaben-Spektrum

Die Handwerkskammer kümmert sich um die Ausbildung und das Prüfungswesen, hat die Aufsicht über Innungen und Kreishandwerkerschaften, ist Schlichtungsstelle bei Streitigkeiten, sie bestellt und vereidigt Sachverständige, vertritt die Handwerksinteressen gegenüber Politik, Verwaltung, Medien und Gesellschaft und unterstützt ihre Mitgliedsbetriebe in umfassenden Bereichen. 13.713 waren es Stand 31. Dezember 2025. Sie alle können den Service und die Beratung in Anspruch nehmen, die die Kammer bietet: beispielsweise im betriebswirtschaftlichen Bereich von der Existenzgründung über Finanzierungsfragen bis hin zur Betriebsführung. Oder rechtliche Beratung wie Arbeits- und Vertragsrecht. Oder im technischen Bereich zu Themen wie neuen Technologien, Digitalisierung, Innovation, Umwelt und KI. Dazu gibt es ein Weiterbildungsangebot, das unter anderem auch Meisterkurse beinhaltet.

Nach 125 Jahren bleibt das Fazit, dass die Welt im unentwegten Wandel ist. Und das Handwerk mit ihr. Herausforderungen sind nicht weniger geworden. Sie haben sich geändert. Mit der Kraft der Gemeinschaft soll aber weiterhin die Zukunft angepackt werden. „In schwierigen Zeiten hat das Handwerk immer gezeigt, dass es auf Zusammenhalt, Pragmatismus und Tatkraft bauen kann“, sagt Hauptgeschäftsführer Jens Brandt. „Diese Haltung wird weiterhin gefragt sein, wenn Digitalisierung, Energie- und Klimawende oder Fachkräftemangel nach neuen Antworten verlangen.“ Die Bereitschaft zum Anpacken sei im Handwerk seit jeher vorhanden. „Das ist eine große Stärke, die wir vonseiten der Handwerkskammer stützen.“

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