Aalto Musiktheater macht mit dem Komponistinnenfestival her:voice zum dritten Mal das musikalische Schaffen von Frauen sichtbar
Elfrida Andrées (1841-1929) Oper „Die Fritjof-Saga“ ist derzeit als szenische Uraufführung am Aalto Musiktheater zu sehen. Die Aufführung im Rahmen des Festivals am 14.03. wird von einer „Einführung Spezial“ mit Fritjof-Darsteller Mirko Roschkowski und einer anschließenden musikalischen Lounge mit Boris Gurevich inklusive einem Nachgespräch mit Produktionsbeteiligten umrahmt. Das Schaffen der schwedischen Komponistin wird außerdem in zwei Konzerten eine Rolle spielen: In einer Spezial-Ausgabe der Reihe „Blaue Stunde“ kommen am 15.03. im Aalto-Foyer unter dem Titel „Elfrida & Friends“ eine Auswahl ihrer kammermusikalischen Werke und Lieder zur Aufführung. Und eine weitere Facette ist ebenfalls am 15.03. in der Philharmonie Essen zu erleben: Hier erklingt die 2. Orgelsinfonie von Elfrida Andrée – der ersten Domorganistin Skandinaviens – bei einer Orgel-Gala mit der Organistin Mari Fukumoto und der Folkwang Brass Band.
Maria Herz (1878-1950) steht bereits im eröffnenden Sinfoniekonzert der Essener Philharmoniker am 12. und 13.03. in der Philharmonie Essen im Fokus: Unter der Leitung der jungen italienisch-türkischen Dirigentin Nil Venditti präsentiert die Cellistin Raphaela Gromes gemeinsam mit dem Orchester Maria Herz’ Cellokonzert, das 2024 erstmals in Deutschland erklang. In diesem von WDR 3 am 13.03. im Hörfunk übertragen Konzert stehen außerdem die Rhapsodie „The Magic Harp“ von Ina Boyle (1889-1967) sowie die 2. Sinfonie von Louise Farrenc (1804-1875) auf dem Programm. Einen weiteren Einblick in Leben und Werk von Maria Herz bietet ein Gesprächskonzert („Zwischen Manchester, Köln und Birmingham“) am 13.03. im Aalto-Foyer mit Raphaela Gromes und der Aalto-Sopranistin Idil Kutay, das von Zürcher Studierenden der Musikwissenschaft unter der Leitung von Professorin Inga Mai Groote gestaltet wird und u. a. den Nachlass der Komponistin beleuchtet.
Der Kammermusik von Komponistinnen aus Romantik, Moderne und Gegenwart widmen sich Mitglieder der Essener Philharmoniker im Konzert mit dem Titel „In 90 Minuten um die Welt“ am 14.03. im NATIONAL-BANK Pavillon der Philharmonie.
Vorträge und Gesprächsrunden
Im Zusammenspiel von Theorie und Praxis bieten darüber hinaus auch in diesem Jahr Vorträge und der Austausch mit namhaften Wissenschaftler*innen und Kunstschaffenden die Möglichkeit, das Schaffen komponierender Frauen aus unterschiedlichen Perspektiven zu beleuchten und bisher Ungehörtes (und Ungesehenes) kennenzulernen. Gäste sind Inga Mai Groote (Universität Zürich), Melanie Unseld (Universität für Musik und darstellende Kunst Wien), Yvonne Wasserloos (Universität Mozarteum Salzburg), Lilli Mittner (Zentrum für Frauen- und Geschlechterforschung der Arktischen Universität Norwegens in Tromsø), Bettina Bartz (Theaterwissenschaftlerin, deutsche Textfassung „Die Fritjof-Saga“), Christin Heitmann (Beethoven-Haus Bonn), Henrik Schaefer (Musikdirektor der Volksoper Stockholm), Mary Ellen Kitchens (Internationaler Arbeitskreis Frau und Musik/Archiv Frau und Musik), Detlef Brandenburg (langjähriger Chefredakteur des Magazins „Die deutsche Bühne“), Friederike Wissmann (Hochschule für Musik und Theater Rostock), Elena Tzavara (Generalintendantin Theater Aachen), Anika Rutkovsky (Regisseurin, Inszenierung „Die Fritjof-Saga“), Ulrike Hartung (Wissenschaftlerin mit Schwerpunkt feministische und genderbezogene Perspektiven), Arnold Jacobshagen (Hochschule für Musik und Tanz Köln, Vorsitzender des Joseph Haydn-Instituts) und Hanna Schmidt (freiberufliche Musikjournalistin für „DIE ZEIT“, Deutschlandfunk und andere).
Workshop zum geplanten szenischen Projekt im Rahmen des her:voice-Festivals 2026/2027
Für die vierte Ausgabe von „her:voice“, die vom 04. bis 07. März 2027 stattfinden wird, ist ein szenisches Projekt in der Regie von Aalto-Spielleiter und Kunsthistoriker Sascha Krohn geplant, das weitere Komponistinnen, u. a. die französische Barockkomponistin Élisabeth Jacquet de La Guerre, in den Fokus rückt und diese mit Werken von Schöpferinnen aus dem Bereich der Bildenden Kunst in Verbindung setzt. Der während des diesjährigen Festivals stattfindende Workshop gibt erste Einblicke in den Arbeitsprozess.
Dokumentation her:voice 2025
Im Nachklang zur zweiten Ausgabe des Festivals her:voice ist eine Dokumentation im Hollitzer-Verlag erschienen (Herausgeberinnen: Merle Fahrholz und Melanie Unseld), die zum Preis von € 40,00 im offiziellen Handel sowie im Rahmen des anstehenden Festivals im Aalto-Theater erhältlich ist.
Das Rahmenprogramm findet in Zusammenarbeit mit dem Institut für Musikwissenschaft und Interpretationsforschung der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien statt und wird gefördert durch die Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung.
Das Gesprächskonzert zu Maria Herz wurde mitgestaltet durch das Musikwissenschaftliche Institut der Universität Zürich.
Die Aufführung der 2. Sinfonie von Louise Farrenc wird gefördert von Palazzetto Bru Zane – centre de musique romantique française.
Partnerin für die Orgelgala mit Werken von Elfrida Andrée ist die Philharmonie Essen.
Die Folkwang Universität der Künste unterstützt die Uraufführung eines kammermusikalischen Werkes ihrer Jungstudentin Johanna Pauli.
Karten für alle Veranstaltungen im Aalto-Theater und in der Philharmonie Essen sind erhältlich im TicketCenter der TUP, II. Hagen 2 (Mo 10:00-16:00 Uhr; Di-Fr 10:00-17:00 Uhr; Sa 10:00-14:00 Uhr), an der Kasse des Aalto-Theaters, Opernplatz 10 (Di-Sa 13:00-18:00 Uhr), telefonisch unter 0201 81 22-200 sowie online unter www.theater-essen.de. Der Eintritt zu den Symposien ist frei.
Eine Übersicht über das vollständige Programm finden Sie unter:
https://www.theater-essen.de/musiktheater/her-voice-komponistinnenfestival-2026/
Theater und Philharmonie Essen GmbH
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