Vorsorge auf später verschieben
Warum Aufschieben besonders Frauen trifft
Für Frauen hat das Vertagen der Vorsorge oft stärkere Folgen als für Männer. Durch die oben genannten Themen wie Teilzeit, Care-Arbeit und im Durchschnitt niedrigere Einkommen bleibt später meist weniger Spielraum, um entstandene Lücken auszugleichen. Wer spät anfängt, kann fehlende Jahre häufig nur schwer nachholen. Gerade dann, wenn finanzielle Verpflichtungen im Laufe des Lebens eher zu- als abnehmen – etwa durch Familie, Pflege oder steigende Lebenshaltungskosten.
Früh starten schlägt hohe Beträge
Ein früher Einstieg ist einer der größten Hebel beim Vermögensaufbau. Schon kleine, regelmäßige Beträge können über viele Jahre eine spürbare Wirkung entfalten. Der Zinseszinseffekt sorgt dafür, dass Zeit wichtiger ist als die Höhe der Sparrate. Wer wartet, muss später deutlich mehr aufbringen, um denselben Effekt zu erzielen. Das macht Vorsorge nicht nur teurer, sondern oft auch stressiger.
Geförderte Altersvorsorge nutzen
Wer angestellt ist, hat grundsätzlich Anspruch auf eine betriebliche Altersvorsorge in Form der Entgeltumwandlung. Seit 2019 müssen Arbeitgeber dabei mindestens 15 Prozent Zuschuss leisten, wenn sie Sozialabgaben sparen.
Darüber hinaus gibt es staatliche Förderungen: Die klassische Riester-Rente dürfte in ihrer bisherigen Form bald Geschichte sein. Das Bundeskabinett hat Ende 2025 eine grundlegende Reform der privaten Altersvorsorge beschlossen. Ziel ist es, die bislang oft kritisierte Riester-Rente durch flexiblere und renditestärkere Modelle zu ersetzen.
Künftig soll es mehrere staatlich geförderte Varianten geben. Neben klassischen Garantieprodukten, bei denen die eingezahlten Beiträge vollständig abgesichert sind, sind Modelle mit geringerer Garantie geplant, die höhere Renditechancen ermöglichen. Neu eingeführt werden soll außerdem ein Altersvorsorgedepot ohne feste Garantie, das stärker am Kapitalmarkt investiert und damit höhere Ertragschancen, aber auch mehr Risiko bietet.
Für bestehende Riester-Sparer gilt Bestandsschutz. Alte Verträge können weitergeführt werden. Gleichzeitig soll ein Wechsel in das neue System einfacher und günstiger möglich sein. Abschluss- und Vertriebskosten sollen transparenter verteilt, Wechselgebühren begrenzt werden. Die neuen Produkte sollen nach aktuellen Planungen Anfang 2027 starten.
Vorsorge an das Leben anpassen
Vorsorge ist selten geradlinig. Sie darf sich verändern. Nach einer Elternzeit, einem Jobwechsel oder einer Trennung lohnt es sich, bestehende Sparpläne zu überprüfen und neu auszurichten. Pausen können sinnvoll sein, etwa in finanziell angespannten Phasen. Wichtig ist, dass Sie diese bewusst setzen und nicht unbemerkt zu einem Dauerzustand werden lassen.
Eigene Vorsorge nicht ersetzen lassen
Gemeinsame Absicherung in der Partnerschaft kann sinnvoll sein. Sie ersetzt jedoch keine eigene Altersvorsorge. Eigene Ansprüche schaffen Sicherheit und Unabhängigkeit, unabhängig davon, wie sich das Leben entwickelt. Wer ausschließlich auf den Partner oder gemeinsame Lösungen setzt, begibt sich langfristig in eine Abhängigkeit, die sich später nur schwer korrigieren lässt.
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