Betriebsnachfolge im Handwerk eröffnet wertvolle Chancen für die nächste Generation
Betriebsnachfolge stärken
„Viele wirtschaftlich stabile Betriebe warten auf engagierte Nachfolger. Die Übernahme bietet hervorragende Perspektiven für eine erfolgreiche Selbstständigkeit“, erklärt Klaus Hofmann, Präsident der Handwerkskammer Mannheim Rhein-Neckar-Odenwald. Ziel sei es, mehr Menschen für diesen Weg zu gewinnen und die Bedeutung der Betriebsnachfolge stärker ins öffentliche Bewusstsein zu rücken. Bundesweit ist die Rede von 125.000 Familienbetrieben, die in den kommenden fünf Jahren einen Nachfolger suchen. Im Kammergebiet Mannheim Rhein-Neckar-Odenwald liegt die Schätzung bei etwa 2.270 Betrieben. „Beim Blick auf die Altersstruktur sehen wir, dass nach aktuellem Stand bei 1.235 regionalen Betrieben die Inhaber im Alter zwischen 61 und 65 Jahren sind, bei 1.035 sind die Inhaber 66 Jahre und älter“, erläutert Kammerpräsident Klaus Hofmann.
Zunehmend externe Lösungen
Die Frage, wer den Betrieb weiterführt, stelle sich also bei vielen und müsse dringend beantwortet werden, damit Firmen weiter Bestand haben und nicht vom Markt verschwinden. Eine Lösung innerhalb der Familie werde dabei immer seltener, so der Kammerpräsident. Das bestätigt auch der Leiter des Geschäftsbereichs Wirtschaftsförderung der Handwerkskammer in Mannheim, Rolf Koch: „Nur noch etwa die Hälfte der Betriebe wird innerhalb der Familie übergeben“, sagt er. „Externe Nachfolgelösungen gewinnen also zunehmend an Bedeutung.“ Und jede erfolgreiche Übergabe sichere Arbeitsplätze und regionale Wertschöpfung.
Kostenfrei und praxisnah
Im Rahmen des vom Land geförderten Nachfolge-Projekts „Next Generation Handwerk“ erhalten Interessierte kostenfreie Beratungen, praxisnahe Seminare sowie Zugang zu gebündelten Informationen rund um die Unternehmensübergabe und -übernahme. Ergänzend entsteht eine Vermittlungsplattform, die Übergeber und potenzielle Nachfolger passgenau zusammenführt. Auch Weiterbildungsangebote wie die Generation-H-Academy vermitteln das notwendige betriebswirtschaftliche und organisatorische Know-how. Die Academies bieten an den Standorten Stuttgart, Karlsruhe, Freiburg und Ulm in eigenständige Module gegliederte Inhalte, die flexibel und unabhängig voneinander buchbar sind. Das nächste Modul „Handwerksbetrieb kaufen und Übernahme umsetzen“ findet am 17. und 18. April 2026 in den Bildungsakademien der Handwerkskammer in Karlsruhe sowie am 24. und 25. April 2026 in Stuttgart statt. Informationen zur Generation-H-Academy, den Modulen und Anmeldemöglichkeit auf www.nachfolge-im-handwerk.de/….
Matching-Plattform kommt
Mit dem Projekt „Next Generation Handwerk“ wollen die Handwerkskammern Nachfolgeinteressierte aber auch dort erreichen, wo Entscheidungen heute vielfach fallen: online. Seit März 2026 läuft eine landesweite Kommunikationskampagne mit Fokus auf Online-Marketing und Social Media, um mehr Menschen für den Schritt in die Selbstständigkeit über eine Betriebsübernahme zu begeistern. Ein weiterer zentraler Baustein ist der direkte Zugang zu passenden Betrieben: Im Sommer 2026 soll eine Matching-Plattform speziell für das Handwerk in Baden-Württemberg online gehen, um Übergebende und Übernehmende schneller zusammenzubringen.
Begleitung über gesamten Prozess
Die Handwerkskammern selbst begleiten den gesamten Prozess. Auch der Geschäftsbereich Wirtschaftsförderung der Handwerkskammer in Mannheim hilft mit einem umfassenden, kostenfreien Beratungsangebot von der ersten Orientierung bis zur finalen Übergabe und unterstützt Übernehmer und Übergeber mit betriebswirtschaftlicher und rechtlicher Expertise. Die Handwerkerinnen und Handwerker profitieren sowohl vom Fachwissen als auch den Erfahrungen der Kammerexperten. „Ein bestehender Betrieb bietet klare Vorteile gegenüber einer Neugründung: gewachsene Strukturen, bestehende Kundenbeziehungen und eine etablierte Marktposition“, weiß Geschäftsbereichsleiter Rolf Koch. Darüber hinaus bietet die Mannheimer Kammer den Betrieben der Region auch Netzwerkveranstaltungen an. Erst in der vergangenen Woche fand ein zweiter statt, bei dem sich Übergeber und Übernehmer austauschen und Fachvorträgen lauschen konnten. „Dies ist für Betroffene nicht nur eine Möglichkeit, ins Gespräch zu finden und sich auszutauschen, sondern auch einen Überblick über die zur Verfügung stehenden Unterstützungsangebote der Kammern zu erhalten“, so Rolf Koch.
Weitere Informationen sowie Ansprechpartner sind auf der Projekt-Website gebündelt abrufbar: www.nachfolge-im-handwerk.de. Kontakt zu den Beratern der Handwerkskammer Mannheim Rhein-Neckar-Odenwald per E-Mail: beratung@hwk-mannheim.de.
Das Projekt „Next Generation Handwerk“ wird gefördert durch das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus Baden-Württemberg im Rahmen der Kampagne „Nachfolge BW“.
Handwerkskammer Mannheim Rhein-Neckar-Odenwald
B 1 1-2
68159 Mannheim
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