Kunst & Kultur

„Hesse ist, wer Hesse sein will“

Für ein „modernes und weltoffenes Hessen“ ist er eingetreten, unter diesem Motto ist nun auch eine Ausstellung über ihn in der Volkshochschule in Alsfeld zu sehen: Georg-August Zinn, der von 1950 bis 1969 Ministerpräsident in Hessen war und der den Hessentag ins Leben rief, dessen Erstauflage 1961 in Alsfeld stattfand. „Alsfeld ist somit ein guter Ort für diese Ausstellung“, unterstrich denn auch Erster Kreisbeigeordneter Patrick Krug bei der Ausstellungseröffnung.

Georg-August Zinn prägte das Bundesland wie kaum ein anderer. Nach seinem Widerstand gegen den Nationalsozialismus stieg er im Hessen der Nachkriegszeit zunächst zum Justizminister und dann zum Ministerpräsidenten auf. Er gilt als einer der Väter der hessischen Verfassung und hatte bedeutenden Anteil am wirtschaftlichen Wiederaufbau des Landes. Dank seines Hessenplans gelang unter anderem die Integration zahlreicher Vertriebener und Geflüchteter sowie die Schaffung einer großen Zahl von Arbeitsplätzen.

1956 berief Zinn Fritz Bauer zum Generalstaatsanwalt und begründete damit eine neue Epoche in der Aufarbeitung der NS-Verbrechen. Auf der Grundlage des „Großen Hessenplans“ von 1965 erfolgte der umfassende Ausbau der Infrastruktur im ländlichen Raum, etwa durch die Errichtung von Schulen, Bürgerhäusern und Sportstätten.

In diesem Jahr wäre Georg-August Zinn 125 Jahre alt geworden, gleichzeitig jährt sich sein Todestag zum 50. Mal. Grund genug, an ihn zu erinnern, wie das nun die Volkshochschule des Kreises in Kooperation mit der Friedrich-Ebert-Stiftung e.V. Landesbüro Hessen tut.

Zur Eröffnung der Ausstellung konnte Jennifer Curlett, vhs-Fachbereichsleiterin Gesellschaft, Beruf und Politische Bildung, neben dem Ersten Kreisbeigeordneten Patrick Krug auch

Sarah Steck von der Friedrich-Ebert-Stiftung, Prof. Dr. Mühlhausen, ehemaliger Geschäftsführer der Stiftung Friedrich-Ebert Gedenkstätte in Heidelberg, sowie Dr. Georg-Christian Zinn, Sohn von Georg-August Zinn und Kinderarzt, begrüßen.

Mit Ministerpräsident Zinn und seiner Amtszeit wird vor allem das Zitat „Hesse ist, wer Hesse sein will“ verbunden, betonte Patrick Krug. Er soll diesen Satz bei der Eröffnung des ersten Hessentages in Alsfeld gesagt haben. Zinn wollte in der jungen Bundesrepublik der Nachkriegszeit ein Gemeinschaftsgefühl und eine gemeinsame Identität stiften. Dabei betonte er die Zugehörigkeit aller Menschen, egal ob Vertriebene oder Geflüchtete. „Zusammenhalt und Begegnung sind auch heute noch wichtig für unsere Demokratie“, so Krug.

Nach einem Vortrag über Zinns Leben und Wirken durch Prof. Dr. Mühlhausen gab es eine gemeinsame Gesprächsrunde mit ihm und Zinns Sohn Georg-Christian; moderiert von Sarah Steck und Jennifer Curlett. Dabei richtete das Publikum unter anderem auch persönliche Fragen an Georg-Christian Zinn, wollte zum Beispiel wissen, wie es ist als Sohn eines Ministerpräsidenten aufzuwachsen, oder was sich heutige Politiker von Zinn abschauen können.

Die Ausstellung zu Georg-August Zinn ist noch bis zum 7. Mai zu den Öffnungszeiten der vhs zu besichtigen. Eine vorherige Anmeldung ist nicht nötig.

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