Regelmäßige Prüfungen sind Pflicht
Mehr als 10.000 Begehungen führen Sachverständige von TÜV SÜD jährlich in landwirtschaftlichen Betrieben in ganz Deutschland durch. Sie entdecken dabei durchschnittlich 30.000 Mängel an elektrischen Anlagen – von veralteten Leitungen mit zu geringen Querschnitten über unfachmännisch installierte Beleuchtungseinrichtungen bis zu gebrochenen Steckdosen oder defekten FI-Schutzschaltern (RCDs). „Solche Mängel können zu lebensgefährlichen Unfällen und verheerenden Bränden führen“, sagt Dr.-Ing. Stefan Veit, Leiter des Geschäftsfeldes Elektro- und Gebäudetechnik der TÜV SÜD Industrie Service GmbH. Deshalb fordern SVLFG sowie Brand- und Sachversicherer, dass elektrische Anlagen in landwirtschaftlichen Betrieben regelmäßig geprüft werden.
Beauftragung über die Maschinenringe
„Eine unserer wichtigsten Aufgaben besteht darin, unsere Mitgliedsbetriebe zukunftssicher aufzustellen“, erklärt Dr. Hansjörg Weber, Geschäftsführer des Maschinenrings Baden-Württemberg. „Durch die Kooperation mit TÜV SÜD bei der Elektroprüfung unterstützen wir unsere Mitglieder dabei, ihren Verpflichtungen nachzukommen und ihre Betriebe gegen unkalkulierbare und möglicherweise existenzbedrohende Risiken abzusichern.“ Wesentlicher Vorteil: Die Elektroprüfung erfolgt für alle Betriebe nach einheitlichen Vorgaben, berücksichtigt auch neue Energietechnologien und kann direkt über die Maschinenringe beauftragt werden.
Neben den normalen elektrischen Installationen gibt es in vielen landwirtschaftlichen Betrieben auch Photovoltaikanlagen, die immer häufiger durch Batteriespeicher ergänzt werden. Durch solche Systeme ist die gesamte elektrische Einrichtung noch komplexer und damit auch anfälliger für Installationsmängel geworden. Entscheidend für den sicheren Betrieb ist die ganzheitliche Betrachtung der kompletten elektrischen Anlage inklusive der Schutzeinrichtungen. Im Rahmen einer umfassenden technischen Elektroprüfung bewerten die TÜV SÜD-Sachverständigen unter anderem Brand- und Unfallgefahren, Umgebungsbedingungen und Schutzmaßnahmen. Ein großer Vorteil: Die Elektroprüfung deckt sowohl die Vorgaben von Berufsgenossenschaft (SVLFG) zum Personenschutz als auch die Anforderungen der einschlägigen Sachversicherer zum Brandschutz ab.
Belastbare Dokumentation für den Schadens- bzw. Versicherungsfall
Die SVLFG und die Brand- und Sachversicherer fordern wiederkehrende Prüfungen der elektrischen Anlagen in einem Abstand von maximal vier Jahren. Wenn diese Prüfungen nicht durchgeführt und dokumentiert werden, kann das im Schadensfall zu erheblichen Leistungskürzungen durch den Versicherer führen. Mit den Prüfberichten von TÜV SÜD bekommen die Landwirte nicht nur eine aussagekräftige Grundlage für ihre Instandhaltungsmaßnahmen, sondern auch eine belastbare Dokumentation für den Schadens- bzw. Versicherungsfall. In Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, Bayern und Hessen arbeiten TÜV SÜD und Maschinenringe bei der Elektroprüfung bereits zusammen. Weitere Kooperationen in anderen Bundesländern werden zurzeit vorbereitet.
Mehr Informationen zur Elektroprüfung in landwirtschaftlichen Betrieben und zu weiteren Leistungen von TÜV SÜD im Bereich der Elektro- und Gebäudetechnik gibt es unter tuvsud.com/de-de/kampagne/elektropruefung-landwirtschaft.
Veranstaltungshinweis: Über die Elektroprüfung informieren der Maschinenring Baden-Württemberg und TÜV SÜD auch auf dem Landwirtschaftlichen Hauptfest, das vom 27. September bis 4. Oktober 2026 in Stuttgart stattfindet. (Halle 3, Stand 100)
Im Jahr 1866 als Dampfkesselrevisionsverein gegründet, ist TÜV SÜD heute ein weltweit tätiges Unternehmen. Mehr als 30.000 Mitarbeitende sorgen an über 1.000 Standorten in rund 50 Ländern für die Optimierung von Technik, Systemen und Know-how. Sie leisten einen wesentlichen Beitrag dazu, technische Innovationen wie Industrie 4.0, autonomes Fahren oder Erneuerbare Energien sicher und zuverlässig zu machen. tuvsud.com/de
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