Kooperationen / Fusionen

Tschechien: Ausnahmen für Berufspendler entlasten deutsche Unternehmen

Neue Ausnahmegenehmigungen für tschechische Pendler nach Deutschland sorgen bei betroffenen Unternehmen der Chemie- und Pharmaindustrie für Erleichterung: „Wir freuen uns sehr, dass unsere Partner in Tschechien so schnell auf die drohende Notlage deutscher Unternehmen reagieren und eine Sonderregelung umsetzen konnten“, sagte Oliver Hermes, Vorsitzender des Ost‑Ausschuss – Osteuropavereins der Deutschen Wirtschaft, der deutsche Unternehmen in Tschechien und 28 weiteren Ländern vertritt. „Dieser Erfolg ist ein wichtiger Schritt in Richtung einer gesamteuropäischen Regelung für den Reiseverkehr.“

Tschechische Berufspendler aus chemischen und pharmazeutischen Betrieben, die im Kampf gegen die aktuelle Corona-Pandemie mitwirken, unterliegen seit dem 1. April bei der Rückkehr nach Tschechien nicht mehr einer 14-tägigen gesetzlichen Quarantäne. Auch das bestehende Einreiseverbot für Pendler, die innerhalb von 21 Tagen nach Tschechien zurückkehren wollen, wurde für die genannte Berufsgruppe aufgehoben.

Krisenmanagement und seine Auswirkungen

„Sowohl in Tschechien als auch in Polen haben sich die staatlichen Reisebeschränkungen zur Bekämpfung der Corona-Krise spürbar auf die grenzüberschreitende wirtschaftliche Zusammenarbeit ausgewirkt“, sagt Hermes. Positiv sei, dass es zu keinen vollumfassenden Ein- und Ausreiseverboten gekommen sei. Das Gebot der Stunde sei aber, weiter an europaweit verlässlichen Regeln zu Arbeiten und die Bewegungsfreiheit der Pendler weiter zu erhöhen. Die neue Regelung in Tschechien sei ermutigend.

„Entscheidend ist es“, so Hermes weiter, „den grenzüberschreitenden Waren- und Pendlerverkehr insgesamt so zu gestalten, dass bei geringstmöglicher Ansteckungsgefahr keine unnötigen Risiken für die konjunkturelle Entwicklung in Europa entstehen. Alle EU-Länder sollten hier im eigenen Interesse einheitlich vorgehen“, sagte der OAOEV-Vorsitzende und verwies auf Hindernisse, die es in grenznahen Gebieten zu Polen gibt. Weitere Ausnahmegenehmigungen seien wünschenswert. Zudem müssten neben Pendlern auch für die Einreise von Erntehelfern noch Lösungen gefunden werden.

Top-Partner der deutschen Wirtschaft

Tschechien lag 2019 mit einem bilateralen Warenaustausch von 92 Milliarden Euro auf Platz zehn der wichtigsten deutschen Handelspartner. Polen rangiert mit eine Handelsumfang von 123 Milliarden Euro bereits an sechster Stelle. Wertschöpfungsketten deutscher Unternehmen sind auf das Engste mit Polen und Tschechien verflochten. Allein in Brandenburg arbeiten 17.000 Pendler aus Polen.

Weitere Informationen:

Ab sofort bietet der Ost-Ausschuss – Osteuropaverein der Deutschen Wirtschaft auf seiner Internetseite aktuelle OAOEV-Updates zu seinen fünf Regionen Mittelosteuropa, Südosteuropa, Osteuropa, Russland und Zentralasien an. Alle aktuellen Updates finden Sie hier

Über wichtige Ansprechpartner sowie bestehende Einschränkungen des Reise- und Warenverkehrs in unseren 29 Partnerländern informieren wir Sie Online mit unserem Corona-Dossier. Dieses wird täglich aktualisiert.

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Über den Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft e.V.

Der „Ost-Ausschuss – Osteuropaverein der Deutschen Wirtschaft e.V.“ (OAOEV) bündelt seit Mai 2018 die Kompetenzen der beiden traditionsreichen Vereine Ost-Ausschuss (gegründet 1952) und Osteuropaverein (gegründet 1990) und fördert die deutsche Wirtschaft in den 29 Ländern Mittel-, Ost- und Südosteuropas, des Südkaukasus und Zentralasiens. Der deutsche Osthandel steht insgesamt für rund ein Fünftel des gesamten deutschen Außenhandels und ist damit bedeutender als der Handel mit den USA und China zusammen. Der OAOEV hat rund 350 Mitgliedsunternehmen und -verbände und wird von sechs Spitzenverbänden der deutschen Wirtschaft – BDI, BGA, Bankenverband, DIHK, GDV und ZDH – getragen.

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