Energie- / Umwelttechnik

Ohne ein massives Investitionsprogramm zum Klimaschutz würde die neue Regierung zukünftige Klimaziele verfehlen und massiv höhere Kosten durch die Folgen des Klimawandels riskieren.

Heute endet der 11. ExtremWetterKongress unter der Schirmherrschaft des Präsidenten der Weltorganisation für Meteorologie (WMO) im Internationalen Maritimen Museum Hamburg. Drei Tage haben führende Wissenschaftler:innen und Expert:innen neueste Ergebnisse und Forschungen aus den Bereichen Extremwetter u nd Klimawandel einer breiten Öffentlichkeit vor Ort und online vorgestellt und mit ihnen diskutiert.

Dieser Pressemitteilung liegt das Dokument „Ein Grad? Anderthalb? Zwei Grad?“ bei, welches die schnelle Vergleichbarkeit verschiedener Klimazeiträume zu d en Werten der vorindustriellen Zeit erlaubt. Dieses Papier wurde u.a. mit den Werten des Deutschen Wetterdienstes seitens des ExtremWetterKongresses und Klimafakten.de erstellt.

Der 11. ExtremWetterKongress schließt mi t folgenden Erkenntnissen: Es zeigt sich, dass das Abkommen von Paris bisher wirkungslos ist. Der Anstieg der Kohlenstoffdioxid Konzentration in der Atmosphäre schreitet beschleunigend voran.

Am Beispiel des Montrealer Protokolls über Stoffe, die zu einem Abbau der Ozonschicht führen (FCKW), zeigt sich aber, dass das Einhalten internationaler Vereinbarungen die erwartete Wirkung zeigt.

Investitionen in den Klimaschutz wirken positiv auf den Innovations und Wirtschaftsstandort Deutschland, sichern den Wohlstand und verbessern die Lebensqualität und grundlagen.

Aktuelle Extremwetterereignisse können in Teilen ihrer Ausprägung auf die Folgen des Klimawandels zurückgeführt werden. Die Zunahme bestimmter extremer Ereignisse, wie Hitzewellen und Dürren sind zweifelsfrei eine Folge des Klimawandels. Friederike E.L. Otto, Universität Oxford: „Wir sind längst im Zeitalter der Schäden angekommen."

Prof. Dr. Claudia Kemfert, Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung e.V.: Der Klimawandel verursacht durch die Zunahme extremer Wetterereignisse immer weiter steigende volkswirtschaftliche Kosten. In den USA sind Kosten von 500 Mrd. Dollar allein in den letzten 5 Jahren entstanden, die Kosten der jüngsten Überflutung werden auf 30 Mrd. Euro bez iffert. Jüngste Studien beziffern die Kosten eines ungebremsten Klimawandels auf bis zu 3000 Dollar pro Tonne CO2. Klimawandel kostet, Klimaschutz spart Geld. Klimaschutz ist Katastrophenschutz. Jeden Euro den wir jetzt investieren, spart 15 Euro Klimaschäden ein. Die Wissenschaft ist eindeutig: wir haben kein Erkenntnis- sondern Umsetzungsproblem. Wir benötigen einen Modernisierung-Booster für mehr Klimaschutz. Wir benötigen Erneuerbare statt Kohle, Öl und Gas. Es beginnt ein Jahrzehnt der Modernisierung und Investitionen. Klimaschutz schafft enorme wirtschaftliche Chancen. Die Finanzbranche und Banken haben eine zentrale Rolle: sie müssen einerseits Transparenz über Klimarisiken und toxisches fossiles Kapital schaffen, damit eine Finanzkrise vermieden werden kann. Noch immer werden die Risiken des Klimawandels und fossilem Kapital systematisch unterschätzt. Andererseits werden Investitionen in die Null Emissions- Wirtschaft benötigt. Klimaschutz zahlt sich aus.”

Yvonne Zwick, Vorsitzende Baum e.V.: „Die Frage, ob der Klimawandel menschengemacht ist, ist keine mehr. Dass die dadurch verursachten Extremwetterereignisse massive Schäden und damit Kosten verursacht, ist seit diesem Jahr auch klar. Bleibt die Frage, wann wir endlich entschlossen umsteuern. Sicher ist: wir brauchen die Vollbremsung und Kehrtwende, um die Senkung der Treibhausgasemissionen so schnell wie möglich einzuleiten. Dazu braucht es jedes einzelne und in Summe möglichst viele Unternehmen. B.A.U.M. positioniert mit Wirtschaft pro Klima das Labor für Transformation hin zur klimaresilienten Ökonomie. In Wirtschaft pro Klima erarbeiten wir mit Partnern gemeinsam das „wie“ – wie Unternehmen sich möglichst schnell auf den Weg zur Umweltpositivität machen und diese Aktivitäten strategisch mit dem Kerngeschäft verknüpfen können. Wir stellen das Wissen bereit – machen Sie mit!”

Dr. Renate Hagedorn, Vorstandsmitglied und Leiterin des Geschäftsbereichs Wettervorhersage des Deutschen Wetterdienstes: „Das Thema Wetterextreme steht völlig zurecht weit oben auf der gesellschaftlichen und wissenschaftlichen Tagesordnung. Wetterextreme wie Starkregen, Stürme oder Hitzewellen können heute jeden von uns treffen. Wir alle sind deshalb auf die bestmöglichen Wettervorhersagen und Unwetterwarnungen existenziell angewiesen. Dieser Herausforderung stellt sich der Deutsche Wetterdienst. Wir sind – auch im internationalen Vergleich – auf dem Stand von Wissenschaft und Technik. Wir wissen aber auch, dass es gerade bei der Vorhersage sehr lokaler Wetterextreme wie Starkregen noch möglich ist, deren Vorhersagbarkeit verbessern. Dafür benötigen wir auf Dauer zusätzliche Forscherinnen und Forscher. Hinzukommen müssen stetige Investitionen in Wetterbeobachtungssysteme, Rechenleistung und insgesamt moderne ITTechnologien.“

Toralf Staud, Redakteur des gemeinnützigen Wissenschaftsportals klimafakten.de und Autor des Buches „Deutschland 2050 – Wie der Klimawandel unser Leben verändern wird“ „Wissenschaftlich sind die wesentlichen Fakten zum Klimawandel geklärt. Doch bei Teilen von Gesellschaft und Politik ist noch nicht genügend angekommen, wie dringend und schnell die Treibhausgas-Emissionen sinken müssen, um in Deutschland stabile Klimaverhältnisse für ein Leben in Sicherheit und Wohlstand zu wahren. Die Starkregenkatastrophe diesen Sommer in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen hat die absehbaren Risiken eigentlich deutlich vor Augen geführt – aber die verschiedenen, psychologischen Mechanismen der Verdrängung sind stark. Um die Gesellschaft vom notwendigen Klimaschutz zu überzeugen, ist auch eine bessere Kommunikation notwendig. Was Wissenschaft, Verbände, Politik oder auch Behörden anders machen können, wenn sie übers Klima sprechen – dazu haben wir mit Unterstützung mehrerer Stiftungen ein umfangreiches Handbuch erarbeitet und auf dem ExtremWetterKongress vorgestellt.“

Frank Böttcher, ExtremWetterKongress:
„Für die neue Bundesregierung wird das Thema Klima ganz oben auf der Agenda stehen. Wir sehen, dass sich der größte und entscheidende Teil der Gesellschaft nun zu mehr Nachhaltigkeit bewegt. Unternehmen sehen die Zukunft nicht mehr ohne dieses Thema, wenn es um die Erhaltung und Schaffung von Märkten geht. Ein weiterer Treiber des Prozesses ist der Personalbedarf. Unternehmen, die das Thema nicht glaubhaft angehen, können im Wettbewerb um die besten Mitarbeiter:innen nicht mehr bestehen und bekommen zukünftig viel schwerer motiviertes und qualifiziertes Personal. Es ist zu bedenken: Wer heute für Fridays auf der Demo ist, schreibt in zwei Jahren seine erste Bewerbung. Die neue Bundesregierung ist aufgefordert, die Rahmenbedingungen so zu gestalten, dass Unternehmen, die schneller als nötig CO2-neutral werden wollen, keine Wettbewerbsnachteile haben und beispielsweise Investitionen in diesen Bereichen gefördert und durch Sonderabschreibungen besser gestaltet werden können. Egal welches Klimaziel wird formulieren (1,5°, 2°, 3°…), es wird nur noch erreichbar sein, wenn wir die CO2-Emissionen auf Null bringen. Bei vier Grad weniger hatten wir die letzte Eiszeit. Da kann man sich gut vorstellen, dass der Planet bei vier Grad mehr ebenfalls völlig anders aussehen würde.“

Über den ExtremWetterKongress
Der ExtremWetterKongress fand erstmals am 16./17. Februar 2006 im Hamburger Geomatikum statt. Er ist damit der erste regelmäßige Kongress, der Spitzenforschung in den Bereichen Wetter und Klima sowie den interdisziplinär angrenzenden Fachbereichen in Form einer Dialogveranstaltung mit einer breiten Öffentlichkeit diskutiert. Wissenschaftler:innen und Expert:innen diskutieren mit Vertreter:innen aus Gesellschaft, Medien, Kultur, Wirtschaft und Politik die neuesten Erkenntnisse zu Fragen der globalen Erwärmung und die sich in besonderer Weise durch diese verändernden Extremwetterereignisse sowie deren Folgen in allen betroffenen Bereichen. Das Programm des Kongresses finden Sie unter www.ewk2021.de.

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