Finanzen / Bilanzen

Konjunkturumfrage der wvib Schwarzwald AG

Die Lage der Industrie verschlechtert sich weiter. Das zeigt sich in der Herbstumfrage der Schwarzwald AG noch deutlicher als bislang. 347 Unternehmen haben sich an der Umfrage beteiligt. Obwohl das Gros der Unternehmen derzeit noch schwarze Zahlen schreibt, sind die Erwartungen so schlecht wie seit Beginn der Finanzkrise 2008 nicht mehr.

wvib-Hauptgeschäftsführer Dr. Christoph Münzer: „Der Silberstreif am Horizont ist für die Unternehmen in der Schwarzwald AG noch nicht zu sehen. Im Gegenteil: Die nächsten Monate dürften hart werden, die Zukunftsindikatoren zeigen nach unten. Nur noch ein Fünftel der befragten Unternehmen rechnet in den nächsten Monaten mit steigenden Umsätzen. Die USA und China ziehen bereits wieder an, aber in Deutschland ist die Nachfrage noch schwach. Die Politik packt die Probleme an den Symptomen an, statt an den Ursachen. Mit planwirtschaftlichen Preisbremsen, Subventionen und neuen Schulden statt mit Steuerreformen, Entbürokratisierung, Digitalisierung und einer auch arbeitsmarktrelevanten gesteuerten Zuwanderung.“

Für die ersten drei Quartale des laufenden Jahres meldeten die wvib-Mitgliedsunternehmen ein durchschnittliches – nominales – Umsatzwachstum von 6,7 Prozent (Q1 – Q3 2022: 13,8 Prozent). Dieser Wert ist allerdings nicht inflationsbereinigt.

Auch im Detail hat sich die Umsatzentwicklung verändert: So vermeldeten knapp 63,6 Prozent der befragten Unternehmen steigende Umsätze. In den ersten drei Quartalen 2022 war dies bei 84 Prozent der Unternehmen der Fall. Rückläufige Umsätze meldeten in der aktuellen Umfrage 31,3 Prozent der Unternehmen. Im ersten Halbjahr 2022 waren es 14 Prozent.

Auch wenn die Umsatzlage weiterhin positiv ist, die Erwartungen sind es nicht: 42,1 Prozent der befragten Unternehmen rechnen in den nächsten sechs Monaten mit sinkenden Umsätzen – demgegenüber erwarten nur 19,6 Prozent steigende Umsätze. Der Rest – 38,3 Prozent – erwartet keine signifikante Veränderung.

Verrechnet man positive und negative Umsatzentwicklung, so erhält man den Wert zur Geschäftslage. Die Geschäftserwartung ist analog dazu der Saldo aus positiver und negativer Umsatzerwartung. Aus dem Mittel zwischen Geschäftslage und Geschäftserwartung bildet sich das wvib-Geschäftsklima.

Das Geschäftsklima sinkt weiter: Aktuell liegt das wvib-Geschäftsklima bei 3 Punkten. Vor drei Monaten lag es noch bei 22 Punkten, zum Jahreswechsel bei 47,1 Punkten. Schon in der letzten Umfrage waren Lage (1. HJ: 51,7 Punkte) und Erwartung (1.HJ: minus 4,23 Punkte) so weit auseinander wie selten zuvor. Dieser Trend setzt sich fort: Aktuell liegt die Geschäftslage bei 32,3 Punkten, die Geschäftserwartung bei minus 22,5 Punkten und damit zum zweiten Mal in Folge im negativen Bereich.

Die Auftragseingänge sind in den vergangenen drei Monaten weiter zurückgegangen – die schlechte Stimmung hat eine handfeste Grundlage: Nach einem Minus von 2,2 Prozent im ersten Halbjahr 2023 – im Vergleich zum ersten Halbjahr 2022 – droht sich die Situation weiter zu verschlechtern. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum (jeweils erstes bis drittes Quartal) haben sich die Auftragseingänge in den ersten drei Quartalen des laufenden Jahres um 5,6 Prozent verschlechtert.

Insgesamt haben sich die Auftragseingänge bei 52,8 Prozent der Befragten verschlechtert, während nur 34,5 Prozent einen verbesserten Auftragseingang vermeldeten. Nur 18 Prozent erwarten eine Verbesserung in den nächsten sechs Monaten, 37,5 Prozent rechnen weiterhin mit sinkenden Aufträgen.

Der anhaltende Fachkräftemangel ist sicherlich ein Grund dafür, warum sich die schlechte Lage bislang noch nicht in der Personalpolitik der Unternehmen niederschlägt. 47,8 Prozent der befragten Unternehmen haben in den letzten drei Quartalen ihre Belegschaft aufgestockt, während 40,1 Prozent einen Rückgang meldeten. Das waren vor drei Monaten noch 36,5 Prozent.

Bei den Prognosen zur Entwicklung der Mitarbeiterzahl sind sich die Unternehmen uneins: 18,5 Prozent rechnen mit einer vergrößerten Belegschaft, knapp 20,4 Prozent erwarten einen Rückgang.

Über die wvib Schwarzwald AG

Die wvib Schwarzwald AG ist Plattform für People, Planet, Progress im familiengeprägten, industriellen Mittelstand in Baden-Württemberg. Mit über 1000 Veranstaltungen pro Jahr vernetzen wir Unternehmer und Führungskräfte, die sich für Unternehmen, Mitarbeiter, Kunden, Umwelt und Gesellschaft engagieren.

Unser Angebot: Erfahrungsaustausch und Weiterbildung. Unser Ziel: Menschen in Unternehmen wirksamer machen. Unsere Themen: Werte, Strategie, Führung, Familie, Eigentum, technologische Perspektiven, neue Marktzugänge, Geschäftsmodelle und Soziale Marktwirtschaft.

Im wvib – gegründet 1946 von Unternehmern für Unternehmer – erwirtschaften 1.026 produzierende Unternehmen mit 314.000 Beschäftigten weltweit 71 Milliarden Euro Umsatz. Über 60 hauptamtliche Mitarbeiter spannen ein südwestdeutsches Netzwerk für „Wissen und Wärme" über die weltweit engagierte Schwarzwald AG.​

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