Gesundheit & Medizin

S3-Leitlinie Polytrauma/Schwerverletzten-Behandlung wird mit 578.000 Euro gefördert

Das Konsortium um die Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU) erhält 578.000 Euro für ihre S3-Leitlinie Polytrauma/Schwerverletzten-Behandlung. Der Innovationsfonds des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) stellt diese Summe über einen Förderzeitraum von drei Jahren für die Überarbeitung der international anerkannten und vielbeachteten Leitlinie zur Verfügung. Die geplante 5. Auflage soll im Jahr 2026 fertiggestellt werden. Das Projektteam unter der Konsortialführung der Akademie der Unfallchirurgie wird sich um wichtige Neuerungen zum Thema Gerinnungs- und Volumenmanagement kümmern und u.a. einen weiteren Schwerpunkt auf die Rehabilitation des Schwerverletzten setzen. Ergänzend wird auch die Perspektive von Patientinnen und Patienten berücksichtigt werden. „Neben der Aktualisierung und Patientenbeteiligung werden wir die Nutzungsmöglichkeiten erweitern. Ärztinnen und Ärzte erhalten zukünftig einen zeitgemäßen digitalen Zugang zur Leitlinie“, sagt DGU-Präsident Prof. Dr. Steffen Ruchholtz, Geschäftsführender Direktor des Zentrums für Orthopädie und Unfallchirurgie, Universitätsklinikum Gießen und Marburg GmbH.

In Deutschland verletzen sich jedes Jahr nahezu zehn Millionen Menschen im Haushalts- und Freizeitbereich. Bei Menschen, die jünger als 45 Jahre sind, gehören schwere Verletzungen, die in der Fachsprache als Traumata bezeichnet werden, zu den häufigsten Todesursachen. Solche Verletzungsmuster unterscheiden sich teilweise ganz erheblich in Schweregrad und Versorgungsbedarf – medizinisch, logistisch und sozioökonomisch stellen sich damit besondere Herausforderungen dar. Die Leitlinie bietet allen an der Behandlung beteiligten Berufsgruppen Empfehlungen zur Behandlung Schwerverletzter am Unfallort, im Schockraum und im Operationssaal. Sie stellt sicher, dass die Behandlung in der akuten Situation systematisch und fachlich fundiert ablaufen kann. „Zukünftig gilt es, diese qualitativ hochwertige Versorgung unter der optimalen Nutzung der zur Verfügung stehenden Ressourcen beizubehalten“, sagt Koordinator und Mitautor Priv.-Doz. Dr. Dan Bieler, Leiter der DGU-Sektion Notfall-, Intensivmedizin und Schwerverletztenversorgung (NIS).

Neben zahlreich mitwirkenden wissenschaftlichen Fachgesellschaften beteiligen sich das Institut für Forschung in der operativen Medizin (IFOM) der Universität Witten Herdecke sowie das Zentrum für Versorgungsforschung (ZVF-BB) der Medizinischen Hochschule Brandenburg Theodor Fontane (MHB) als Konsortialpartner in dem anspruchsvollen, multidisziplinären Projekt.

„Diese Leitlinie unterstreicht die Bedeutung der Schwerverletztenversorgung auch für die Krankenhausplanung der kommenden Jahre und sichert den berechtigten Anspruch der Bevölkerung auf kompetente Versorgung in solchen Fällen“, sagt DGU-Generalsekretär Prof. Dr. Dietmar Pennig.

Die S3-Leitlinie Polytrauma/Schwerverletzten-Behandlung ist auch Handlungsgrundlage für Mediziner in über 600 TraumaZentren der Initiative TraumaNetzwerk DGU®. Dort nämlich werden Schwerverletzte in der Regel behandelt. Diese Kliniken sind speziell ausgestattet und zertifiziert, so dass sie den Unfallopfern die bestmöglichen Überlebenschancen bieten. Alle TraumaZentren nehmen am Qualitätssicherungs- und Forschungstool TraumaRegister DGU® teil und pflegen Behandlungsdaten ein. Diese Daten ermöglichen neben dem klinikindividuellen Feedback zu entscheidenden Indikatoren der Versorgungsqualität auch die Beantwortung wichtiger Forschungsfragen. Ergebnisse, die einen Überlebensvorteil oder eine bessere Lebensqualität bieten, fließen in die Versorgungsleitlinien der DGU ein, so auch in die S3-Leitlinie Polytrauma/Schwerverletzten-Behandlung.

Referenzen:
1) Download: S3-Leitlinie Polytrauma/Schwerverletzten-Behandlung
https://register.awmf.org/de/leitlinien/detail/187-023
2) Förderbekanntmachung des G-BA
https://innovationsfonds.g-ba.de/projekte/versorgungsforschung/s3-polytrauma-s3-leitlinie-schwerverletztenbehandlung.589
3) Verletzten-Monitor der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie
https://www.dgu-online.de/ePaper/verletztenmonitor/epaper/ausgabe.pdf

Firmenkontakt und Herausgeber der Meldung:

Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie e.V.
Straße des 17. Juni 106-108
10623 Berlin
Telefon: +49 (30) 28004440
Telefax: +49 (30) 28004449
http://www.dgou.de

Ansprechpartner:
Susanne Herda
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Telefon: +49 (30) 340603606
Fax: +49 (30) 3406036-01
E-Mail: presse@dgou.de
Für die oben stehende Story ist allein der jeweils angegebene Herausgeber (siehe Firmenkontakt oben) verantwortlich. Dieser ist in der Regel auch Urheber des Pressetextes, sowie der angehängten Bild-, Ton-, Video-, Medien- und Informationsmaterialien. Die United News Network GmbH übernimmt keine Haftung für die Korrektheit oder Vollständigkeit der dargestellten Meldung. Auch bei Übertragungsfehlern oder anderen Störungen haftet sie nur im Fall von Vorsatz oder grober Fahrlässigkeit. Die Nutzung von hier archivierten Informationen zur Eigeninformation und redaktionellen Weiterverarbeitung ist in der Regel kostenfrei. Bitte klären Sie vor einer Weiterverwendung urheberrechtliche Fragen mit dem angegebenen Herausgeber. Eine systematische Speicherung dieser Daten sowie die Verwendung auch von Teilen dieses Datenbankwerks sind nur mit schriftlicher Genehmigung durch die United News Network GmbH gestattet.

counterpixel