Mobile & Verkehr

Diebstahl von Mietwagen um 78 % gestiegen

Die Zahl von Mietwagen, die nicht zurückgegeben und stattdessen mit gefälschten Papieren verkauft werden, ist nach einem Bericht der Zeitschrift auto motor und sport in den vergangenen Jahren stark angestiegen. Von 2020 bis 2024 erhöhte sich die Zahl der unterschlagenen Fahrzeuge in Deutschland nach Angaben des BKA um 78 Prozent von 2081 auf 3708 Automobile. Geschädigte sind Autovermietungen, Leasingfirmen und Autoabo-Anbieter. Die Kriminellen legen bei Übergabe der Fahrzeuge gefälschte Personalpapiere vor. Später bieten sie das Auto mit ebenfalls gefälschten Fahrzeugpapieren sowie veränderter Fahrgestellnummer auf Verkaufsportalen an.

Laut Bundesinnenministerium waren am 1. Februar 185.394 Blanko-Zulassungsbescheinigungen (Teil I und II) zur Fahndung ausgeschrieben, die in der Regel aus Einbrüchen in Zulassungsstellen stammen. „Solange Blanko-Fahrzeugpapiere wie Handelsware zirkulieren, können Täter ungehindert agieren“, kritisiert Matthias Arndt, Chef des Neusser Autovermieters Arndt Mobility Group, gegenüber auto motor und sport. Der Schaden für die Branche liegt im dreistelligen Millionenbereich.

„Betrüger nutzen bestehende Schwachstellen systematisch aus. Jetzt braucht es politische Entscheidungen, die Regeln und Voraussetzungen zu ändern und den Gebrauchtwagen-Kauf sicher zu machen und Vermieter wie Verbraucher wirksam zu schützen“, fordert Michael Brabec, Geschäftsführer des Bundesverbands der Autovermieter Deutschlands (BAV). Die Branche fordert von der Bundesregierung unter anderem eine Bargeld-Obergrenze von 10.000 Euro beim privaten Gebrauchtwagen-Verkauf, verbindliche Prüfmechanismen für Online-Marktplätze inklusive Dokumenten- und Identitätsprüfung sowie eine Digitalisierung des Zulassungswesens mit digitalem Eigentumsnachweis als Standard.

Redakteur: Claudius Maintz

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