Regelmäßige Erträge: So funktioniert die Dividendenstrategie
Als eine der möglichen Lösungen gilt die sogenannte Dividendenstrategie. Sie basiert darauf, dass Aktiengesellschaften Dividenden an die Aktionäre ausschütten, was Ihnen als Anlegerin oder Anleger zusätzlich zu möglichen Kursgewinnen regelmäßige Erträge beschert. Hinzu kommt, dass die regelmäßigen Erträge in schwierigen Börsenphasen als Puffer fungieren und Verluste abfedern. Aufgrund der Beliebtheit der Dividendenstrategie spielt die sogenannte Dividendensaison eine wichtige Rolle in der Finanz-Berichterstattung. Während dieser Phase finden die Jahreshauptversammlungen der Unternehmen statt und es werden auch die Dividendenzahlungen verkündet. In Deutschland ist dies der Zeitraum zwischen April und Juni.
Die Dividendensaison 2026 in Deutschland zeichnet ein differenziertes Bild und verdeutlicht, dass Dividendenzahlungen auch einmal geringer als in den Jahren zuvor ausfallen können: Laut Prognosen der Unternehmensberatung EY ist für 2026 im Deutschen Aktienindex (Dax) mit Dividendenzahlungen in Höhe von rund 55 Milliarden Euro zu rechnen – ein neuer Rekord. Allerdings sinken dabei die Dividendenzahlungen durch die Autobauer BMW, Mercedes-Benz infolge rückläufiger Gewinne. Das Gros der DAX-Unternehmen wird aber die Dividenden erhöhen. Größter Dividendenzahler Deutschlands ist erneut die Allianz, die voraussichtlich rund sechs Milliarden Euro ausschütten wird.
Und was bedeuten diese Zahlen in puncto Rendite für Anleger? Hierfür wird die sogenannte Dividendenrendite herangezogen, also die Dividende im Verhältnis zum Kurs einer Aktie (siehe auch weiter unten). Für die DAX-Titel lag sie zuletzt im Schnitt bei gut drei Prozent und damit über den Konditionen der meisten deutschen Banken für Tagesgeld und Festgeld (Stand 20. April 2026). Doch welche Vor- und Nachteile bietet die Dividendenstrategie gegenüber solchen sicheren Zinsanlagen? Wie erkenne ich aussichtsreiche, dividendenstarke Aktien? Was sind die Vorteile und welche Risiken lauern? Alles zum Thema Dividendenstrategie finden Sie in diesem Ratgeber.
Was ist eine Dividendenstrategie?
Mit der Dividendenstrategie investieren Sie gezielt in Aktiengesellschaften, die jährlich einen Teil ihrer Gewinne an Aktionäre ausschütten. Die ausgezahlten Gewinne werden auch als Dividenden bezeichnet. Sie stellen quasi die Verzinsung des eingesetzten Kapitals dar.
Hauptziel vieler Dividendensparer ist es, über hohe Ausschüttungsquoten robuste und attraktive Zusatzeinkünfte zu erzielen. Im Gegensatz zu Börsenkursen, die jederzeit plötzlich nachgeben können, gelten Dividendenzahlungen als relativ sichere Einnahmequelle. Dividenden wurden in der Niedrigzinsphase mitunter auch als „neue Zinsen“ bezeichnet. Dies ist jedoch nicht korrekt, denn anders als etwa die Verzinsung von Festgeld besteht keinerlei Garantie auf Dividendenzahlungen: Ob und in welcher Höhe eine Dividende ausgezahlt wird, wird jährlich neu festgelegt. Verantwortlich dafür ist die Hauptversammlung der Aktiengesellschaft. Laufen die Geschäfte schlecht, kann die Aktionärsversammlung die Ausschüttung ablehnen oder auch senken.
Biallo-Tipp: Auch mit Genossenschaftsanteilen können Sie an Dividendenzahlungen teilhaben – etwa über die Mitgliedschaft in einer Baugenossenschaft. Doch auch einige Banken sind genossenschaftlich organisiert, darunter die Münchener Hypothekenbank. Sie zahlte für 2023, 2024 und 2025 jeweils vier Prozent Dividende. Woher kommt die Dividendenstrategie?
Erfinder der Dividendenstrategie sind zwei US-Amerikaner. Der Investor Benjamin Graham erfand in den 1930er Jahren das sogenannte Value-Investing. Dabei setzten Investoren vor allem auf werthaltige, substanzstarke Unternehmen – etwa aus der Nahrungsmittelbranche oder der Chemieindustrie. Aus diesen Titeln wählten sie diejenigen mit der höchsten Dividendenrendite aus. In den 1940er Jahren entwickelte Graham seine Strategie weiter und empfahl, jeweils zu gleichen Teilen die zehn dividendenstärksten Titel eines Aktienindex zu kaufen und jährlich zu prüfen, ob sich an der Rangfolge etwas geändert hat. Falls sie nicht mehr zu den besten zehn Dividendenaktien zählten, sollten sie ersetzt werden.
In den 1990er Jahren verfeinerte der Vermögensverwalter Michael O’Higgins die von Graham entwickelte Dividendenstrategie. Sein Konzept sah vor, von den herausgefilterten Aktien nur die jeweils fünf preiswertesten zu erwerben und ein Jahr lang im Depot zu halten. Anschließend sollte eine erneute Prüfung stattfinden. Die sogenannte „Low Five“ Dividendenstrategie hat den Vorteil, dass sie relativ einfach umzusetzen ist und nur geringe Transaktionskosten verursacht.
Wie funktioniert die Dividendenstrategie bei Einzelaktien?
Anhand der Dividendenstrategie investieren Sie gezielt in Aktien mit vergleichsweise hohen Dividendenzahlungen. Der entscheidende Parameter für die Auswahl der Aktien ist die Dividendenrendite. Die bloße Höhe der gezahlten Dividende spielt hingegen keine Rolle.
Sind Sie sich der höheren Risiken bewusst, können Sie die Dividendenstrategie über Einzelaktien umsetzen. In diesem Fall empfiehlt sich die nach wie vor aktuelle Dividendenstrategie von Benjamin Graham, die bis heute erfolgreich ist. Auswertungen zeigen, dass Anleger damit eine deutliche Outperformance gegenüber dem Gesamtindex erzielen können. Die Aktienauswahl auf die fünf billigsten Titel zu beschränken, wie es später Michael O’Higgins vorschlug, kann zwar die Dividendenrendite erhöhen, steigert aber auch das Anlagerisiko.
Wie funktioniert die Dividendenstrategie mit Fonds und ETFs?
Neben dem Kauf von Einzelaktien können Sie die Dividendenstrategie auch mit entsprechenden Aktienfonds und Aktien-ETFs umsetzen. Dabei handelt es sich um aktiv gemanagte Investmentfonds oder passiv zusammengesetzte Indexfonds, die strategisch in Dividendenwerte investieren. Sprich: Sie müssen sich nur noch für eines der Anlageprodukte entscheiden, die Auswahl der Einzeltitel entfällt damit.
Bei den aktiv gemanagten Dividendenfonds suchen Fondsmanager gezielt nach aussichtsreichen Dividenden-Titeln. Dabei kann es sich um eine reine Aktienauswahl handeln, aber auch um eine Kombination von Aktien und anderen Wertpapieren wie Anleihen und Derivaten. Bei Dividenden-ETFs folgt die Auswahl der besten Dividendenpapiere einem bestimmten Index.
Folgende ETFs bieten sich beispielsweise für eine Dividendenstrategie mit globalen Aktien an (geordnet nach Fondsvolumen, Stand März 2026, Quelle: justetf.com):
- Vanguard FTSE All-World High Dividend Yield ETF
(Der ETF bildet die Wertentwicklung des gleichnamigen Index nach, der 2.276 Dividendentitel umfasst.) - VanEck Morningstar Developed Markets Dividend Leaders ETF
(Der ETF bildet den gleichnamigen Index nach, der 100 Dividendentitel aus Industrieländern enthält.) - iShares STOXX Global Select Dividend 100 ETF
(Der ETF bildet die Wertentwicklung der 100 dividendenstärksten Titel in Europa, Amerika und Asien ab.) - State Street SPDR S&P Global Dividend Aristocrats ETF USD
(Der ETF bildet die Wertentwicklung des gleichnamigen Index ab. Dieser umfasst 100 Unternehmen, die seit mindestens zehn Jahren eine Ausschüttungspolitik verfolgen, die vor allem auf die jährliche Erhöhung oder Beibehaltung von Dividenden abzielt.) - iShares MSCI World Quality Dividend Advanced UCITS ETF USD
(Der ETF bildet den gleichnamigen Index ab. Dieser umfasst Titel aus Industrieländern, die gleichbleibend überdurchschnittlich hohe Dividendenzahlungen aufweisen. Derzeit sind 208 Titel enthalten.)
Biallo-Tipp: Aus steuerlicher Sicht ist es sinnvoll, bei der Auswahl von weltweit oder rein auf die USA fokussierten Dividendenfonds und -ETFs auf das Fondsdomizil zu achten. Vorteilhaft ist hier Irland, erkennbar am Kürzel „IE“ bei der ISIN. Der Grund: Irland hat ein vergleichsweise günstiges Steuerabkommen mit den USA und es fallen nur 15 statt 30 Prozent Quellensteuer auf US-Dividenden an.
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