Sri Lanka: Adventisten offiziell als christliche Konfession anerkannt
Schwierigkeiten wegen fehlender Anerkennung
Die Adventisten sind seit 1904 ununterbrochen in Sri Lanka präsent und dienen der Bevölkerung durch Bildung, Gesundheitsarbeit und humanitäre Hilfe. Obwohl die Adventisten bereits seit 122 Jahren im Land vertreten sind, waren sie administrativ bislang nicht als offiziell registrierte christliche Konfession anerkannt. Stattdessen waren sie im Rahmen einer Registrierung als Unternehmen tätig – ein Status, der verschiedene rechtliche und praktische Herausforderungen mit sich brachte.
Da die adventistische Kirche nicht offiziell als christliche Konfession anerkannt war, hatte sie Schwierigkeiten, neue Gemeindehäuser zu errichten, rechtlichen Schutz zu erlangen und Vergünstigungen zu erhalten, die üblicherweise anerkannten religiösen Institutionen gewährt werden. In einigen Fällen führten Missverständnisse über ihren rechtlichen Status dazu, dass andere christliche Gruppen den Adventisten vorwarfen, keine legitime Glaubensgemeinschaft zu sein.
Der Prozess der Anerkennung
Das formelle Registrierungsverfahren, das zu dieser Genehmigung führte, begann im Jahr 2025 unter der Leitung von Jung HyoSu, dem Präsidenten der teilkontinentalen adventistischen Kirchenleitung in der Nordasien-Pazifik-Region, der Sri Lanka kirchenintern zugeordnet ist. E. M. U. S. K. Bandara, Direktor für Öffentlichkeitsarbeit und Religionsfreiheit der adventistischen Kirchenleitung in Sri Lanka, spielte während des gesamten Prozesses eine Schlüsselrolle. Er koordinierte die Kommunikation mit den Regierungsbehörden und verfolgte den Antrag aufmerksam, während dieser die verschiedenen Phasen durchlief.
„122 Jahre lang versuchten unsere Kirchenleiter wiederholt, die Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten als eigenständige christliche Konfession registrieren zu lassen, doch jeder Versuch blieb erfolglos. Diese mangelnde Anerkennung wirkte sich auf viele Bereiche unserer Arbeit aus“, so Bandara. Er erklärte, ein Vorfall im Zusammenhang mit der adventistischen Kirchengemeinde (Adventgemeinde) in Deniyaya im Jahr 2014 sei zu einem wichtigen Wendepunkt geworden. Zu jener Zeit sah sich die Kirche mit der gewaltsamen Übernahme ihres Eigentums konfrontiert, und während er rechtlichen Beistand suchte, kam er mit führenden Vertretern anderer christlicher Kirchen sowie Beamten des Amts für christliche Religionsangelegenheiten in Kontakt. „Zunächst ging es darum, Hilfe zur Lösung des unmittelbaren Problems zu suchen. Durch diese Erfahrung erlangte die Kirche jedoch die Möglichkeit, den Dialog mit Regierungsvertretern fortzusetzen“, so Bandara
In den folgenden Jahren traf sich Bandara als Leiter für Öffentlichkeitsarbeit und Religionsfreiheit weiterhin regelmäßig mit Beamten. Er machte sie mit der Geschichte, den Glaubensgrundsätzen und der Seelsorge der Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten vertraut und erörterte die Möglichkeit einer offiziellen Anerkennung der Adventistenkirche als christliche Glaubensgemeinschaft. Die adventistische Kirche bereitete die erforderlichen Unterlagen vor und reichte den Antrag ein. Dieser durchlief anschließend die Prüfung durch den Hohen Ausschuss, das Ministerium für religiöse Angelegenheiten und mehrere andere Regierungsbehörden. Die endgültige Genehmigung wurde am 19. Juni erteilt.
Erleichterungen im Gemeindeleben durch die Anerkennung
Die adventistische Kirchenleitung in Sri Lanka betrachtet diese Anerkennung als weit mehr als nur einen administrativen Erfolg. Die Kirchengebäude der Siebenten-Tags-Adventisten können nun offiziell als Anbetungsorte anerkannt werden und Gemeinden haben Anspruch auf Vergünstigungen und Erleichterungen, die staatlich anerkannten religiösen Einrichtungen gewährt werden. Der neue Status stärkt zudem die rechtliche Grundlage der Kirche und bietet eine gesicherte Basis für die Seelsorgearbeit. Zudem können neue Kirchengebäude unkomplizierter errichtet werden und die Zusammenarbeit mit staatlichen Behörden und kommunalen Organisationen wird erleichtert. Es wird zudem erwartet, dass sich dadurch die Möglichkeiten für die Gründung von neuen Kirchengemeinden, für Angebote der Kirchengemeinden, für den Hope Channel Sri Lanka, für Adventist World Radio, für adventistische Bildungseinrichtungen und Gesundheitsangebote verbessern.
Adventisten in Sri Lanka
Zur Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Sri Lanka gehören 3.996 mündig getaufte Mitglieder (Stand 30. Juni 2025), die sich in 35 Kirchengemeinden versammeln. Sri Lanka hat knapp 22 Millionen Einwohner. Die Adventisten engagieren sich in der lokalen Wohlfahrtsarbeit und in der Arbeit für Menschen mit körperlichen Einschränkungen. Zudem unterhalten sie ein Krankenhaus, eine weiterführende internationale Schule, ein Bildungszentrum mit Grundschule, weiterführender Schule und theologischem Seminar sowie einen Verlag.
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