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Mercedes-Design: Außen jung, innen mehr Holz

Der neue Mercedes-Designchef Bastian Baudy, seit 1. Februar als Nachfolger von Gorden Wagener in der Verantwortung, deutet erste Änderungen im Mercedes-Design an. Während er das jüngere und sportlichere Außendesign seines Vorgängers mit eigener Handschrift fortsetzen möchte, will er den Trend zu immer größeren Displays im Inneren stoppen und setzt wieder auf klassische Materialien wie Holz und haptische Schalter. Im Gespräch mit auto motor und sport antwortet Baudy auf die Frage, ob es bei Screens bleibt, die sich über das gesamte Cockpit ziehen: „Materialität und Qualität haben unsere Fahrzeuge schon immer ausgezeichnet. Screens machen Sinn, aber auch haptische Elemente. Das Auto ist mehr als ein Bildschirm, mit dem man interagiert.“ Und weiter: „Deshalb müssen Materialität und Haptik erlebbar bleiben – mit Schaltern, Knöpfen und einer sinnvollen Bedienung. Echte Materialien sind ein Kern von Mercedes: Metall, Holz. Gleichzeitig kann man Holz heute mit modernen Technologien neu interpretieren, das ist sehr spannend.“

Fortsetzen will Baudy, der zuletzt Designchef der sportlichen Mercedes-Tochter AMG war, das sportliche Außendesign seines Vorgängers. „Ich habe viel mit Gorden [Wagener] zusammengearbeitet und schätze enorm, wohin er uns und die Marke geführt hat. Mercedes ist deutlich jünger geworden. Jetzt geht es darum, das weiterzuentwickeln“, unterstreicht Baudy. In seiner persönlichen Entwicklung spielt neben Gorden Wagener der frühere Designchef Bruno Sacco eine zentrale Bedeutung, der von 1987 bis 1999 das Mercedes-Design prägte. „Ich bin 1985 geboren und mit den Autos von Bruno Sacco groß geworden: W 126, R 129 und W 201. Für mich war ein Mercedes immer ein Auto, dem man die Herkunft schon aus 200 Metern Entfernung ansehen konnte. Und genau darum geht es: diese Essenz zu schärfen.“

Diese klare Erkennbarkeit soll jeder Mercedes unabhängig von der Antriebstechnik ausstrahlen. „Elektromobilität ändert am Fahrzeug nicht alles. Die Physik bleibt gleich: Aerodynamik, vier Räder, gleiche Passagieranzahl“, so Baudy. Seine zentrale Forderung an das Design: „Es muss immer unverkennbar Mercedes sein – der Antrieb ist zweitrangig, weil wir Elemente haben, die für beides funktionieren.“

Redakteurin: Birgit Priemer

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