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Tierwohlforschung mit Zukunftstechnologien: Niedersachsen-Professur stärkt Hochschule Osnabrück

Die Hochschule Osnabrück stärkt die Lehre in der Fakultät Agrarwissenschaften und Landschaftsarchitektur sowie den Forschungsschwerpunkt Agrar- und Ernährungssysteme nachhaltig: Die bereits an der Fakultät etablierte Professur „Precision Livestock Farming“ wird im Rahmen einer erfolgreichen Bleibeverhandlung durch die Förderlinie „Niedersachsen-Professur“ aus Mitteln des Programms Zukunft.Niedersachen gefördert. Mit der Förderlinie "Niedersachsen-Professur" unterstützen das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur (MWK) und die VolkswagenStiftung die niedersächsischen Hochschulen dabei, führende Wissenschaftler:innen für den Wissenschaftsstandort zu gewinnen. Damit gelingt es, Prof. Dr. Inga Tiemann, eine herausragende Wissenschaftlerin, für Niedersachsen, die Hochschule, die Fakultät und die bedeutende Nutztier-Branche im nordwestdeutschen Raum zu halten und zugleich ein strategisch wichtiges Forschungsfeld weiter auszubauen.

Tiemann wurde im Oktober 2024 an die Hochschule Osnabrück berufen und erhielt Ende 2025 einen Ruf an eine andere Universität aus einem parallellaufenden Berufungsverfahren. Im Rahmen der Bleibeverhandlungen wurde nun ein starkes Signal gesetzt: Mit der Förderung durch die Niedersachsen-Professur werden ihre wissenschaftlichen Leistungen gewürdigt und zugleich die langfristige Perspektive für Forschung und Transfer am Standort gesichert. „Diese Niedersachsen-Professur ist für die Hochschule Osnabrück ein großer Gewinn. Sie stärkt unser strategisches Profil sowohl im fachlich-interdisziplinären Bereich tierwohlgerechte Nutztierhaltung durch Digitalisierung/KI-Einsatz sowie der Ausrichtung auf Nachhaltigkeit und Internationalisierung in einem für Niedersachsen zentralen Zukunftsfeld. Das zeigt, dass wir exzellente Lehrende und forschungsstarke Persönlichkeiten halten und ihnen hier hervorragende Entwicklungsmöglichkeiten bieten können“, sagt Prof. Dr. Karin Schnitker, Dekanin der Fakultät Agrarwissenschaften und Landschaftsarchitektur.

Forschung für eine zukunftsfähige Nutztierhaltung

Tiemann verbindet mit ihrer Professur wissenschaftliche Exzellenz mit hoher gesellschaftlicher Relevanz. Sie setzt auf einen innovativen Forschungsansatz, bei dem das einzelne Tier im Mittelpunkt steht. Mit digitalen Technologien wie Sensorik, Tracking und Künstlicher Intelligenz untersucht sie Tierwohl deutlich präziser als bisher. Statt Durchschnittswerte ganzer Bestände zu betrachten, ermöglicht dieser Ansatz individuelle Bewertungen und schafft neue Impulse an der Schnittstelle von Tierwohl, Digitalisierung und KI. Eine zentrale Rolle spielt dabei der Lehr- und Forschungsbetrieb Waldhof, der als einzigartige Infrastruktur praxisnahe Forschung unter realen Bedingungen ermöglicht. Hier werden innovative Ansätze u.a. der Geflügelwissenschaft direkt im Betrieb erprobt und mit modernen Methoden des Precision Livestock Farming kombiniert. Dies erlaubt es, Tierwohlindikatoren nicht nur experimentell, sondern entlang der gesamten Produktionskette valide zu erfassen, zu bewerten und vor allem zu vermitteln. Dadurch wird die Stärke der Fakultät ausgebaut, Wissen in Wirkung für die Wirtschaft und Gesellschaft zu überführen. Tiemanns Forschung adressiert zentrale Zukunftsfragen: von digitalen Tierwohlindikatoren über alternative Genetiken bis hin zur Verbindung von Leistung, Biodiversität und gesellschaftlicher Akzeptanz. Internationale Sichtbarkeit erlangte die Wissenschaftlerin unter anderem durch ihre Mitarbeit an wissenschaftlichen Stellungnahmen der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA), die in europäische Entscheidungsprozesse einfließen.

Mit mehr als 3,1 Millionen Euro eingeworbenen Drittmitteln, zahlreichen Verbundprojekten und hochrangigen Publikationen bringt sie zudem eine außergewöhnliche Forschungsstärke in die Hochschule ein.

Impulse für Lehre und Fachkräfte in Niedersachsen Die Professur stärkt nicht nur die Forschung, sondern auch die Ausbildung zukünftiger Fachkräfte in einem wirtschaftlich bedeutenden Sektor. Als größter Agrarstandort Deutschlands ist Niedersachsen in besonderer Weise auf wissenschaftlich fundierte Innovationen und hochqualifizierte Absolventinnen und Absolventen angewiesen. Die Professur leistet hierzu durch forschungsnahe Lehre, die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses und die Weiterentwicklung agrarwissenschaftlicher Studienangebote einen wichtigen Beitrag. Insbesondere in einem Transformationsfeld wie der Nutztierhaltung sind exzellente Professorinnen und Professoren entscheidend, um Fachkräfte auszubilden, die technologische, ökologische und gesellschaftliche Herausforderungen zusammen denken. Dabei profitieren Studierende insbesondere von der engen Verzahnung von Geflügelwissenschaft (Schwerpunkt Angewandte Geflügelwissenschaften StanGe), Digitalisierung und praktischer Ausbildung am Waldhof. „Ich freue mich sehr über das Vertrauen und darüber, meine Lehre und Forschung an der Hochschule Osnabrück weiterentwickeln zu können. Gerade die enge Verbindung von Wissenschaft, Praxis und interdisziplinärer Zusammenarbeit bietet hier ideale Bedingungen, um Zukunftsfragen der Nutztierhaltung gemeinsam voranzubringen“, erläutert Tiemann.

Praxisnähe und Transfer als Markenzeichen

Ihr Lebenslauf besticht durch eine hohe Verbindung von Forschung und Praxis. Neben ihrer universitären Laufbahn prägen langjährige außeruniversitäre Leitungserfahrung, starke Netzwerke und intensive Kooperationen mit Praxis, Politik und Forschung ihre Arbeit. Davon profitiert auch Niedersachsen als bedeutender Standort der Geflügelwirtschaft und Nutztierhaltung. Die Professur wirkt als Schnittstelle zwischen Tierwissenschaften, Ingenieurwissenschaften und Informatik und setzt wichtige Impulse für Innovationen in einem wirtschaftlich und gesellschaftlich relevanten Bereich. Darüber hinaus wird mit der Niedersachsen-Professur die strategische Ausrichtung der Fakultät Agrarwissenschaften und Landschaftsarchitektur konsequent fortgeführt: Vernetztes Denken in Agrar- und Ernährungssystemen sowie interdisziplinäre Zusammenarbeit, um nachhaltige Lösungen für komplexe Herausforderungen zu entwickeln. Genau dafür steht Professorin Tiemann in besonderer Weise: Sie verbindet unterschiedliche Fachrichtungen, arbeitet systemisch und bringt mit ihrer integrativen Art Menschen und Kompetenzen zusammen. Damit setzt sie wichtige Impulse für Forschung, Lehre und die strategische Weiterentwicklung der Fakultät.

Niedersachsen-Professur

Die Förderlinie "Niedersachsen-Professur" adressiert Spitzenwissenschaftler:innen, die durch fachliche Exzellenz in Kombination mit langjähriger (Führungs-)Erfahrung im Wissenschaftssystem in herausragendem Maße profil- und strukturbildend für den Hochschulstandort und darüber hinauswirken können. Angesichts der hohen wettbewerblichen Anforderungen ist die Zahl der Förderfälle auf drei pro Jahr begrenzt. Die Begutachtung der Anträge erfolgt durch ein wissenschaftliches, interdisziplinär besetztes Standing Panel.

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