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Auszeichnung für herausragende Masterarbeit zur Kälbergesundheit

Lena Kruse, Absolventin der Hochschule Osnabrück, ist für ihre Masterarbeit mit dem renommierten Max-Eyth-Nachwuchsförderungspreis ausgezeichnet worden. In ihrer Arbeit mit dem Titel „Auswirkungen der UV-C-Desinfektion der Haltungsumgebung auf die Kälbergesundheit und -entwicklung“ untersuchte sie, wie innovative Hygienemaßnahmen die Tiergesundheit in der landwirtschaftlichen Praxis verbessern können. Die Jury würdigte insbesondere die hohe wissenschaftliche Qualität sowie die außergewöhnliche Praxisnähe der Untersuchung. Der Preis zeichnet jährlich herausragende Abschlussarbeiten mit agrar- oder verfahrenstechnischem Bezug aus und ist mit 1.000 Euro dotiert. Verliehen wurde er in diesem Jahr im Rahmen der Nachwuchsförderungstagung der Max-Eyth-Gesellschaft bei der Kotte Landtechnik.

Relevantes Thema für Tiergesundheit und Landwirtschaft

Grundlage der Arbeit ist die sogenannte UV-C-Desinfektion, eine spezielle Form von ultraviolettem Licht, die Keime wie Bakterien, Viren und Pilze ganz ohne Chemikalien abtöten kann. Die Kälbergesundheit gilt als ein zentraler Faktor für Tierwohl und Wirtschaftlichkeit in der Milchviehhaltung: Erkrankungen im frühen Lebensalter wirken sich häufig auf die spätere Leistungsfähigkeit aus und beeinflussen zugleich die betriebliche Entwicklung. Die UV-C-Desinfektion ist in der Praxis bereits etabliert, jedoch bislang nur begrenzt unter realen landwirtschaftlichen Einsatzbedingungen wissenschaftlich untersucht. Vor diesem Hintergrund leistet die ausgezeichnete Arbeit einen wichtigen Beitrag zur Weiterentwicklung moderner Aufzuchtkonzepte. Zudem kann der Einsatz chemischer Desinfektionsmittel reduziert werden.

Die Datenerhebung erfolgte unter realen Bedingungen auf einem Milchviehbetrieb mit etwa 180 Milchkühen in Rheinland-Pfalz. „Mich hat besonders gereizt, eine Fragestellung zu bearbeiten, die sowohl wissenschaftlich anspruchsvoll als auch unmittelbar praxisrelevant ist“, erklärt Kruse. „Zu sehen, dass die eigenen Ergebnisse konkrete Verbesserungen im Stallalltag ermöglichen können, war eine große Motivation.“

Hohe Eigenständigkeit und fundierte Methodik

Kruse entwickelte eigenständig einen umfassenden Versuchsplan, der neben der Untersuchung der UV-C-Desinfektion auch weitere Einflussfaktoren auf die Kälbergesundheit berücksichtigte. Dazu zählten unter anderem die Qualität und Aufnahme von Kolostrum sowie ein strukturierter Tränkeplan. In der Versuchsgruppe mit UV-C-Behandlung wurden zudem die Boxen beziehungsweise Iglus jeweils 15 Minuten sowie die angrenzenden Vorplätze für je 5 Minuten bestrahlt – und das insgesamt dreimal innerhalb der ersten 28 Lebenstage.

„Die Arbeit zeigt eindrucksvoll, wie wissenschaftliche Sorgfalt und praktisches Verständnis zusammenwirken können. Sie hat den gesamten Forschungsprozess mit außergewöhnlicher Selbstständigkeit, Präzision und Weitblick gestaltet“, betont Erstbetreuerin Prof. Dr. Birgit Hinrichs, Professur für Landtechnik – Innenwirtschaft.

Außergewöhnliches Engagement für valide Ergebnisse

Vor dem Studium hatte Kruse bereits eine Ausbildung zur Tiermedizinischen Fachangestellten erfolgreich abgeschlossen. In Kombination mit ihrer Erfahrung aus vorangegangenen Forschungs- und Entwicklungsprojekten brachte sie einen großen Erfahrungsschatz für die Probensammlung im landwirtschaftlichen Umfeld sowie den Umgang mit der UV-C-Desinfektion mit – ein klarer Vorteil für die erfolgreiche Durchführung des Versuchs.

Die Ergebnisse zeigen eine hohe Aussagekraft: So nahmen die Tiere der UV-C Gruppe über den gesamten Zeitraum mehr Gewicht zu als die Tiere der Kontrollgruppe. Darüber hinaus schnitten sie bei gesundheitlichen Parametern wie Kotscore, Atmung, Nasenausfluss, Allgemeinbefinden und Augenzustand im Durchschnitt besser ab.

„Die Kombination aus methodischer Tiefe, Eigeninitiative und Praxisnähe hat uns besonders überzeugt“, heißt es in der Begründung der Fachjury. „Die Arbeit setzt Maßstäbe für anwendungsorientierte Forschung im Bereich der landwirtschaftlichen Tierhaltung.“

Starke Verbindung von Forschung und Praxis

Neben der wissenschaftlichen Ausarbeitung überzeugte Kruse auch durch ihre Fähigkeit, komplexe Zusammenhänge klar und verständlich darzustellen. Bereits während der Projektphase stand sie im Austausch mit Praxispartnern sowie Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus Deutschland und den USA.

„Der enge Dialog mit der Praxis und mit internationalen Partnern hat meine Arbeit sehr bereichert“, sagt die Preisträgerin. „Ich konnte viele Perspektiven einbeziehen und meine Ergebnisse dadurch noch fundierter einordnen.“

Mit der Auszeichnung unterstreicht die Hochschule Osnabrück einmal mehr die hohe Qualität ihrer anwendungsorientierten Forschung und die enge Verzahnung von Wissenschaft und Praxis in der Ausbildung ihrer Studierenden.

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