Bildung & Karriere

Damit Betriebsübergaben im Handwerk gelingen: Erfolg braucht konsequente Planung

In einem neuen, vom Land geförderten Projekt möchten die acht baden-württembergischen Handwerkskammern noch intensiver beim Thema Betriebsübergabe unterstützen und potenzielle Übergeber mit Übernehmern zusammenbringen. Das Projekt mit dem Namen "Next Generation Handwerk" verzahnt verschiedene Komponenten ineinander, um auf breiter Basis zu informieren, zu vernetzen und zu begleiten.

Ein Bestandteil sind Informationsveranstaltungen im ganzen Land. Die Handwerkskammer Mannheim Rhein-Neckar-Odenwald hat Interessierte hierzu bereits im November zu einem ersten kostenfreien Veranstaltungstermin ins Glückstein-Quartier geladen. 44 Personen haben die Gelegenheit genutzt und neben interessanten Vorträgen auch von der Möglichkeit zum Networking profitiert.

Der Wirtschaftsprüfer und Steuerberater der Mannheimer Kanzlei Wangler und Partner, Maximilian Wangler, erläuterte, wie sich die Betriebsübergabe steuerlich optimal gestalten lässt. Er deckte in seinem Vortrag die fünf häufigsten Fehler auf und verriet, wie man sie vermeidet.

Wie Betriebsinhaber die Übergabe ihres Unternehmens optimal vorbereiten können, war Inhalt des Beitrags von Unternehmensberater Heiko Reidenbach von der Blickwinkel Betriebsberatung e.K. in Abtsteinach.

Die menschliche Seite

Von der Handwerkskammer Mannheim durchleuchtete Personalberaterin Katja Mayer in ihrem Vortrag die menschliche Seite der Übergabe. Sie ging auf typische Risiken und Fehler im Umfeld der Übergabesituation ein und erläuterte, wie man diese vermeidet. Es sei verständlich, dass es Übergebern schwerfalle, loszulassen. Für viele sei der Betrieb ein Lebenswerk, in das über Jahrzehnte viel Herzblut floss. Wer aber nicht loslassen könne, stehe nicht nur sich selbst, sondern auch möglichen Nachfolgern im Wege. „Kommt noch hinzu, dass ein Misstrauen in die Fähigkeiten des Nachfolgers besteht, untergräbt dies von vorneherein dessen Autorität, schafft Unsicherheit und führt zu Loyalitätskonflikten“, so Katja Mayer.

Auch ein Verlust von Wissen zähle zu den großen Risiken im Zuge einer Betriebsübergabe. „Oft ist dies der Fall, weil Wissen über Abläufe oder Kunden nicht oder nur ungenügend dokumentiert ist. So geht Erfahrungswissen verloren und der Betrieb hat einen Effizienz- und Qualitätsverlust“, führte die Expertin aus. Der Erfolgsplan müsse auf Seite des Übergebers daher beinhalten, dass Verantwortung schrittweise und planvoll übergeben werde, eine klare zeitliche und inhaltliche Abgrenzung der eigenen Rolle erfolge und Raum für Veränderungen geschaffen werde. Wichtig sei, den Nachfolger zu fördern, statt ihn zu kontrollieren.

Nicht gleich alles ändern

Betrachte man potenzielle Übernehmer, so zählen mangelnde Qualifikationen oder fehlende Führungskompetenz zu den Risiken bei einer Betriebsübernahme. Auch zu viele und zu schnelle Veränderungen könnten zum Problem werden. „Es steht völlig außer Frage, dass jeder Betriebsinhaber seine eigene Handschrift führt“, so die Personalberaterin. „Wenn aber neue Strukturen und Prozesse ohne Vorbereitung oder Rücksicht auf Routinen und funktionierende Prozesse eingeführt werden, kann dies in der Belegschaft zu Überforderung und Widerstand führen und prinzipiell einen Verlust von Stabilität und Leistung nach sich ziehen.“ Ihr Tipp: Erst zuhören und beobachten, dann gezielt anpassen und die Veränderungen nachvollziehbar begründen.

Die Mitarbeiter mitnehmen

Mit Blick auf die Mitarbeiter sei eine unzureichende Kommunikation kritisch. „Erfahren Mitarbeiter spät oder nur zufällig von einer bevorstehenden Übergabe und gibt es keine klaren Aussagen über zukünftige Strukturen und Verantwortlichkeiten, führt dies schnell zu Misstrauen und Unsicherheit. Im schlimmsten Fall wandern Schlüsselkräfte ab“, sagte Personalberaterin Katja Mayer. Auch Entscheidungen über die Köpfe hinweg wirkten oftmals demotivierend. Zum Erfolgsfaktor gehöre daher eine transparente Darstellung dessen, was bleibe und was sich warum und wann verändere. Mitarbeitende bräuchten Raum für Fragen und Sorgenbekundung.

Ansprechpartner zum Projekt ist bei der Handwerkskammer in Mannheim Thomas Dressler, Telefon 0621 18002-402, E-Mail: thomas.dressler@hwk-mannheim.de. Bei Beratungsanfragen E-Mail an: beratung@hwk-mannheim.de.

Über „Next Generation Handwerk“

"Next Generation Handwerk" ist ein gemeinsames Projekt der baden-württembergischen Handwerkskammern und wird vom Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus gefördert. Zielsetzung ist eine nachhaltige Verbesserung der Nachfolgesituation im Handwerk. Neben einer Kommunikationskampagne, die potenzielle Nachfolger gezielt ansprechen will, steht mit den "Generation-H-Academies" ein innovatives Bildungskonzept in der Umsetzung, das an den Standorten Freiburg, Karlsruhe, Stuttgart und Ulm Interessierte in hybriden Formaten qualifiziert und mit potenziellen Übergebern vernetzt. Anfang 2026 soll zudem eine Matching-Plattform online gehen, die Übernehmer und Übergeber aneinander vermittelt. Die Nachfolgeberatung der Kammern bleibt als fundierte, detaillierte und individuelle Begleitung bei der Übergabe und Übernahme ein Kernelement.

Firmenkontakt und Herausgeber der Meldung:

Handwerkskammer Mannheim Rhein-Neckar-Odenwald
B 1 1-2
68159 Mannheim
Telefon: +49 (621) 18002-0
Telefax: +49 (621) 18002-199
http://www.hwk-mannheim.de

Ansprechpartner:
Marina Litterscheidt
Telefon: +49 (621) 18002-104
Fax: +49 (621) 18002-152
E-Mail: marina.litterscheidt@hwk-mannheim.de
Sebastian Haberling
Kommunikation, Medien, Marketing
Telefon: +49 (621) 18002-171
Fax: +49 (621) 18002-152
E-Mail: haberling@hwk-mannheim.de
Für die oben stehende Story ist allein der jeweils angegebene Herausgeber (siehe Firmenkontakt oben) verantwortlich. Dieser ist in der Regel auch Urheber des Pressetextes, sowie der angehängten Bild-, Ton-, Video-, Medien- und Informationsmaterialien. Die United News Network GmbH übernimmt keine Haftung für die Korrektheit oder Vollständigkeit der dargestellten Meldung. Auch bei Übertragungsfehlern oder anderen Störungen haftet sie nur im Fall von Vorsatz oder grober Fahrlässigkeit. Die Nutzung von hier archivierten Informationen zur Eigeninformation und redaktionellen Weiterverarbeitung ist in der Regel kostenfrei. Bitte klären Sie vor einer Weiterverwendung urheberrechtliche Fragen mit dem angegebenen Herausgeber. Eine systematische Speicherung dieser Daten sowie die Verwendung auch von Teilen dieses Datenbankwerks sind nur mit schriftlicher Genehmigung durch die United News Network GmbH gestattet.

counterpixel