Mobile & Verkehr

Banaszak für Zölle gegen chinesische Autobauer

Zölle gegen chinesische Autohersteller, die gerade mit vielen neuen Modellen zu Dumpingpreisen auf den Markt für Elektroautos in Europa drängen, schlägt der Bundesvorsitzende der Grünen, Felix Banaszak, im Interview mit auto motor und sport vor. Deutschland und Europa hätten viel zu lange die Augen verschlossen gegen die unfairen Praktiken Chinas zur Eroberung ausländischer Märkte. „Ich halte es für einen Fehler, dass Deutschland lange die Augen davor verschlossen hat, wie andere Staaten die Regeln der Welthandelsorganisation unverhohlen ignorieren. Darauf hat die Bundesregierung keine Antwort gefunden“, kritisiert Banaszak. „Wir müssen ein Interesse haben, dass es auch morgen noch Industriebranchen wie Autos, Stahl, Chemie bei uns gibt. Auch eine große Volkswirtschaft wie die EU kann Importe, deren Preise zu unseren Ungunsten verzerrt werden, nur bis zu einem gewissen Maß vertragen.“

Deshalb macht sich Banaszak dafür stark, die eigenen Märkte durch Zölle zu schützen, ähnlich wie das US-Präsident Donald Trump in den USA praktiziert. „Ab einem bestimmten Punkt müssen wir diesem unfairen Kräftespiel auch mit härteren Handelsinstrumenten wie Zöllen den Riegel vorschieben“, so der Grünen-Chef. Zugleich müsse sich Europa unabhängiger von China machen. „Die deutsche Politik war und ist gegenüber China zu naiv. Wir befinden uns nicht nur in wirtschaftlicher Konkurrenz, sondern auch in einer geopolitisch brisanten Systemrivalität. Hier brauchen wir eine koordinierte und resiliente europäische Wirtschaftspolitik, um in den zentralen Branchen und Technologien nicht von China ähnlich oder sogar noch stärker abhängig zu werden als von Russland lange beim Erdgas. Ich erkenne bei Schwarz-Rot da leider null Ambition.“

Banaszak geht davon aus, dass China etwa im Fall eines Angriffs auf Taiwan Rohstoffe als Waffe einsetzen wird. „Wir müssen davon ausgehen, dass es China darauf anlegt, unsere Abhängigkeit als Waffe einzusetzen. Die Frage ist, ob wir uns bei Solarmodulen, Batteriezellen und anderen Technologien von einem Staat abhängig machen wollen, der im Zweifel bereit ist, seine Marktmacht auch politisch einzusetzen. Etwa, um eine robuste deutsche oder europäische Reaktion zu verhindern, wenn Taiwan besetzt würde.“

Redakteure: Claudius Maintz | Michael Pfeiffer

Firmenkontakt und Herausgeber der Meldung:

Motor Presse Stuttgart
Leuschnerstr. 1
70174 Stuttgart
Telefon: +49 (711) 182-0
Telefax: +49 (711) 182-1779
http://www.motorpresse.de

Ansprechpartner:
Axel Mörer
Motor Presse Stuttgart GmbH & Co. KG
Telefon: +49 (170) 4037-880
E-Mail: axe@s-press-medien.de
Für die oben stehende Story ist allein der jeweils angegebene Herausgeber (siehe Firmenkontakt oben) verantwortlich. Dieser ist in der Regel auch Urheber des Pressetextes, sowie der angehängten Bild-, Ton-, Video-, Medien- und Informationsmaterialien. Die United News Network GmbH übernimmt keine Haftung für die Korrektheit oder Vollständigkeit der dargestellten Meldung. Auch bei Übertragungsfehlern oder anderen Störungen haftet sie nur im Fall von Vorsatz oder grober Fahrlässigkeit. Die Nutzung von hier archivierten Informationen zur Eigeninformation und redaktionellen Weiterverarbeitung ist in der Regel kostenfrei. Bitte klären Sie vor einer Weiterverwendung urheberrechtliche Fragen mit dem angegebenen Herausgeber. Eine systematische Speicherung dieser Daten sowie die Verwendung auch von Teilen dieses Datenbankwerks sind nur mit schriftlicher Genehmigung durch die United News Network GmbH gestattet.

counterpixel